Iran-Konflikt treibt Strompreise für Neukunden in die Höhe
22.03.2026 - 07:22:16 | boerse-global.deDeutsche Verbraucher zahlen für neue Stromverträge plötzlich deutlich mehr. Grund ist der eskalierende Iran-Konflikt, der die Gaspreise explodieren lässt. Damit endet vorerst der Abwärtstrend bei den Energiekosten.
Die angespannte Lage an der strategisch wichtigen Straße von Hormus hat die Großhandelspreise für Erdgas in Europa vervielfacht. Zeitweise kostete eine Megawattstunde rund 74 Euro – mehr als doppelt so viel wie im Jahresdurchschnitt. Da Gaskraftwerke in Deutschland die Versorgung sichern, wenn Wind und Sonne fehlen, wirkt sich der teure Brennstoff sofort auf die Strombörse aus. Die Folge: Die günstigsten Neukunden-Tarife sind seit Beginn der Krise um etwa 15 Prozent gestiegen und beginnen jetzt bei knapp 28 Cent pro Kilowattstunde.
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Merit-Order: Warum teures Gas alle Stromkunden belastet
Der Preisschock ist auf das europäische Merit-Order-Prinzip zurückzuführen. Dabei decken die günstigsten Kraftwerke – also Wind und Sonne – zuerst die Nachfrage. Reicht das nicht, kommen teurere Kohle- und schließlich Gaskraftwerke zum Zug. Entscheidend ist: Das teuerste benötigte Kraftwerk setzt den Preis für alle gehandelte Strommengen. In vielen Stunden sind das Gaskraftwerke. Steigt also der Gaspreis, zieht er den gesamten Börsenstrompreis mit nach oben. Selbst ein hoher Ökostrom-Anteil schützt die Verbraucher dann nicht vor den Folgen fossiler Krisen.
Neukunden trifft es sofort, Bestandskunden bleiben geschützt
Die volle Wucht der Steigerungen spüren aktuell Verbraucher, die einen neuen Vertrag abschließen müssen. Versorger beschaffen deren Energie kurzfristig zu den aktuell hohen Börsenpreisen.
Anders sieht es für Bestandskunden mit laufenden Verträgen und Preisgarantien aus. Große Anbieter decken ihren Bedarf für diese Kundengruppe oft langfristig im Voraus. Diese Strategie puffert kurzfristige Preisspitzen ab. Experten warnen jedoch: Hält die Krise länger an, werden auch die Verträge für Bestandskunden bei Verlängerung deutlich teurer.
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Staatliche Entlastungen sollen Kosten dämpfen
Unabhängig von der aktuellen Krise hat die Bundesregierung bereits Entlastungen für 2026 beschlossen. Ein zentraler Punkt ist ein Bundeszuschuss von 6,5 Milliarden Euro zur Stabilisierung der Netzentgelte. Für einen Musterhaushalt könnte das eine Ersparnis von rund 100 Euro im Jahr bedeuten.
Zudem wurde die Gasspeicherumlage abgeschafft, was auch die Produktionskosten der Gaskraftwerke senkt. Für die Industrie wurde die Stromsteuer dauerhaft auf das EU-Minimum gesenkt, um die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten.
Energiewende als langfristiger Ausweg aus der Preisfalle
Die Unsicherheit bleibt hoch. Die Preise für Stromlieferungen 2027 sind bereits um fast 15 Prozent gestiegen – ein Indiz für längerfristige Sorgen der Händler.
Die Krise unterstreicht einmal mehr die deutsche Abhängigkeit von fossilen Importen. Experten sehen darin einen weiteren Beleg für die Dringlichkeit der Energiewende. Ein beschleunigter Ausbau von Wind- und Solarenergie würde die Stromerzeugung unabhängiger von teurem Gas machen. Das wäre nicht nur gut fürs Klima, sondern auch ein Schutzschild gegen internationale Preisschocks. Verbraucherschützer raten trotz der angespannten Lage zum Tarifvergleich. Ein Wechsel kann sich weiterhin lohnen.
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