Aktivisten, EU-Terrorlistung

Aktivisten fordern EU-Terrorlistung der iranischen Revolutionsgarden

28.01.2026 - 14:00:16

Iranische Menschenrechtsaktivisten drÀngen die EU, die iranischen Revolutionsgarden (IRGC) als Terrororganisation einzustufen.

Die in Norwegen ansĂ€ssige Organisation Iran Human Rights wirft der iranischen FĂŒhrung auf X vor, bei der Niederschlagung von Protesten "Massenmorde an Demonstranten" sowie Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen zu haben. Die Revolutionsgarden seien die treibende Kraft hinter diesen systematischen und weit verbreiteten Morden an Zivilisten gewesen.

Die Aktivisten Ă€ußerten sich vor einem Treffen der EU-Außenminister am Donnerstag in BrĂŒssel. Zuvor hatte auch das EuropĂ€ische Parlament eine Terrorlistung der Garden gefordert. In der EU gibt es dafĂŒr bislang keinen Konsens. Die Bundesregierung sprach sich dafĂŒr aus, doch mehrere Mitgliedstaaten Ă€ußerten Bedenken. Die Entscheidung muss einstimmig getroffen werden.

Eine Listung als Terrororganisation hĂ€tte vor allem symbolischen Charakter. Die Revolutionsgarden unterliegen bereits Sanktionen, unter anderem um die Verbreitung von Massenvernichtungswaffen zu verhindern. Vermögenswerte in der EU mĂŒssen eingefroren werden, wirtschaftliche Ressourcen dĂŒrfen nicht bereitgestellt werden.

Bei der gewaltsamen Niederschlagung der Massenproteste wurden nach Angaben des in den USA ansĂ€ssigen Menschenrechtswerkes HRANA mindestens 6.221 Menschen getötet, unter ihnen 5.858 Demonstrierende. ZusĂ€tzlich prĂŒft HRANA 17.091 weitere FĂ€lle. Außerdem sollen 11.017 Menschen schwer verletzt worden sein. Die Zahl der Festnahmen beziffern die Aktivisten auf 42.324. Diese Angaben lassen sich derzeit nicht unabhĂ€ngig ĂŒberprĂŒfen. Wegen einer Sperrung des Internets am 8. Januar dauert eine PrĂŒfung aller TodesfĂ€lle laut Aktivisten lĂ€ngere Zeit.

@ dpa.de