IREN Aktie: Milliardendeals, Skepsis bleibt
Veröffentlicht am: 20.07.2026 um 23:26 Uhr | Redaktion boerse-global.de
IREN hat binnen weniger Stunden gleich zwei Nachrichten geliefert, die eigentlich fĂŒr Kursfeuerwerk sorgen mĂŒssten: neue GroĂkunden im Gesamtwert von 2,8 Milliarden Dollar und ein angehobenes Umsatzziel fĂŒr 2026. Goldman Sachs reagiert trotzdem mit einem nĂŒchternen "Neutral". Diese Diskrepanz zwischen Wachstumsstory und Analystenurteil ist die eigentliche Geschichte des Tages.
Der AI-Cloud-Anbieter erhöhte sein Ziel fĂŒr die annualisierte Umsatzrate zum Jahresende 2026 von 3,7 auf mehr als 4 Milliarden Dollar. Möglich macht das eine Serie neuer MehrjahresvertrĂ€ge mit KI-Entwicklern â rund 85 Prozent des neuen Ziels sind laut Unternehmen bereits vertraglich gesichert. Zum bestehenden Kundenstamm um Microsoft und Nvidia gesellen sich nun auch Perplexity und Figure AI, weitere Namen wie Together AI, Fluidstack und Hume AI runden das Bild ab.
Vorauszahlungen sichern die Finanzierung
Bemerkenswert ist die Vertragsstruktur: Kunden leisten bei den jĂŒngsten AbschlĂŒssen Vorauszahlungen in Höhe von etwa 45 Prozent der zugehörigen GPU-Investitionen. Das senkt den eigenen Finanzierungsbedarf fĂŒr den KapazitĂ€tsausbau spĂŒrbar. Zum 30. Juni 2026 saĂ IREN auf rund 7,6 Milliarden Dollar an Barmitteln, ein Teil davon zweckgebunden fĂŒr die GPU-Finanzierung des Microsoft-Vertrags.
Die KapazitĂ€t selbst wĂ€chst rasant: Aus rund 3 Megawatt selbst gebauter AI-Cloud-Leistung vor zwölf Monaten werden bis Jahresende 480 Megawatt, fĂŒr 2027 stehen 1,2 Gigawatt im Plan.
Goldman bleibt vorsichtig
Trotz der positiven Nachrichten hĂ€lt Goldman Sachs an seinem Kursziel von 50 Dollar fest â bei einem aktuellen Kurs von 40,70 Dollar zwar noch Luft nach oben, aber deutlich zurĂŒckhaltender als der breitere Analystenkonsens, der Kursziele zwischen 41 und 126 Dollar ausgibt. Die Bank rechnet mit rund einer Milliarde Dollar an zusĂ€tzlichen VertragsumsĂ€tzen aus den neuen AbschlĂŒssen bei einer durchschnittlichen Laufzeit von etwa drei Jahren und wertet die Kundendiversifizierung positiv. Gleichzeitig verweist Goldman auf steigende Kosten im GeschĂ€ftsjahr 2027 durch jĂŒngst angekĂŒndigte Marketingkampagnen.
Parallel dazu fĂ€hrt IREN sein Bitcoin-Mining bis Ende 2026 zurĂŒck â ein Schritt, der laut Goldman die Kostenbasis des Unternehmens perspektivisch entlastet, wĂ€hrend sich der Fokus vollstĂ€ndig auf das AI-Cloud-GeschĂ€ft verlagert.
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