Iridium, Communications

Iridium Communications Aktie: Rocket Lab übernimmt

29.06.2026 - 14:38:04 | boerse-global.de

Rocket Lab kauft Iridium für 54 Dollar je Aktie. Der Deal schafft ein vertikal integriertes Raumfahrtunternehmen mit eigenem Satellitennetz.

Rocket Lab übernimmt Iridium: Aktie springt 21 Prozent
Iridium - Eine stilisierte Satellitenschüssel vor dem verschwommenen Hintergrund der Erdkrümmung, optimistische Marktstimmung. 29.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Rocket Lab kauft Iridium Communications — und der Satellitenkommunikationsspezialist springt vorbörslich um rund 21 Prozent nach oben. Der Grund: ein definitiver Übernahmevertrag, den beide Unternehmen heute unterzeichnet haben, mit einem Angebotspreis von 54 Dollar je Aktie.

Cash und Aktien für Iridium-Aktionäre

Iridium-Aktionäre erhalten 27 Dollar in bar sowie Rocket-Lab-Aktien nach einem noch festzulegenden Umtauschverhältnis — mit einem Collar zwischen 67,50 und 112,50 Dollar. Der implizierte Unternehmenswert liegt bei rund 8 Milliarden Dollar. Zur Finanzierung des Baranteils hat Rocket Lab eine gesicherte Brückenfinanzierung von 3,6 Milliarden Dollar bei Deutsche Bank und Wells Fargo arrangiert.

Beide Aufsichtsräte haben dem Deal einstimmig zugestimmt. Ferner haben alle amtierenden Iridium-Direktoren, die selbst Aktien halten, Abstimmungsvereinbarungen zur Unterstützung der Transaktion unterzeichnet. Der Abschluss ist für Mitte 2027 geplant, vorbehaltlich der Zustimmung von Iridium-Aktionären und regulatorischer Freigaben.

Was Rocket Lab mit Iridium vorhat

Die strategische Logik ist klar: Rocket Lab baut Raketen und Satelliten, Iridium betreibt das einzige wirklich globale mobile Satellitennetzwerk mit mehr als 2,55 Millionen Abonnenten weltweit. Zusammen entsteht ein vertikal integriertes Raumfahrtunternehmen, das Satelliten selbst baut, ins All bringt und betreibt — ohne externe Startkosten.

Iridium brachte 2025 einen Umsatz von rund 872 Millionen Dollar ein, bei einer operativen EBITDA-Marge von 57 Prozent. Diese stabilen, wiederkehrenden Cashflows dürften für Rocket Lab besonders attraktiv sein — das Unternehmen ist bislang stark vom projektgetriebenen Startgeschäft abhängig.

Rocket-Lab-CEO Sir Peter Beck sieht in Iridiums L-Band-Spektrum und globaler Infrastruktur den Schlüssel, um in neue Märkte vorzustoßen: IoT-Satellitendienste, direkte Gerätekonnektivität und Navigationsdienste außerhalb des GPS-Systems — Bereiche, die vor allem für Verteidigungskunden und kritische Infrastruktur relevant sind. Iridium-CEO Matt Desch betont seinerseits, dass die nächste Konstellationsgeneration unter dem Dach von Rocket Lab schneller Realität werden könne.

Regulatorische Hürde und Zeitplan

Das ist ein echter Prüfstein: Eine Übernahme dieser Größenordnung, die zwei Raumfahrt- und Verteidigungspartner der US-Regierung zusammenführt, dürfte intensiver Regulierungsprüfung unterliegen. Rocket Lab hat mit DLA Piper bereits Regulierungsexperten mandatiert. Bis zum angestrebten Closing Mitte 2027 bleiben rund zwölf Monate Zeit — genug für ein aufmerksames Behördenverfahren, aber auch für mögliche Verzögerungen.

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