Wohnungsbaubedarf

IW korrigiert Wohnungsbaubedarf deutlich nach oben

29.01.2026 - 13:00:12

Ein neues Gutachten des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) beziffert den jährlichen Neubaubedarf auf 355.000 Wohneinheiten. Das ist deutlich mehr als bisher angenommen – und weit entfernt von der aktuellen Baurate.

Damit klafft zwischen Notwendigkeit und Realität eine riesige Lücke. Prognosen für 2026 gehen von nur 215.000 bis 235.000 fertiggestellten Wohnungen aus. Es fehlen also in diesem Jahr allein über 100.000 Einheiten.

Das IW führt die hohe Zahl nicht nur auf Demografie zurück. Ein massiver Nachholbedarf treibt die Rechnung. Dazu zählen:
* Ein „Bauüberhang“ – bereits genehmigte, aber nicht realisierte Wohnungen.
* Ein kumuliertes Defizit, das andere Institute auf rund 1,4 Millionen fehlende Wohnungen schätzen.

Besonders in Metropolen und Uni-Städten bleibt die Lage angespannt. Zuwanderung und Binnenmigration halten die Nachfrage hoch.

Gibt es überhaupt eine Trendwende?

Fast zeitgleich zum alarmierenden IW-Bericht gibt es auch vorsichtigen Optimismus. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) prophezeit eine „Kehrtwende am Bau“.

Nach fünf Jahren Rezession soll das Bauvolumen 2026 erstmals wieder wachsen – um 1,7 Prozent. Für 2027 sagen die Forscher sogar plus 3,4 Prozent voraus. Doch Vorsicht: Dieser Aufschwung wird vor allem vom staatlich geförderten Infrastrukturbau getrieben.

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Der Wohnungsbau hinkt hinterher, zeigt aber erste zarte Hoffnungsschimmer. Für 2026 wird ein leichtes Plus von 2,4 Prozent erwartet. Reicht das, um die strukturelle Krise zu lösen?

Setzt der politische „Bau-Turbo“ an?

Für Bundesbauministerin Verena Hubertz (SPD) sind die neuen Zahlen ein klarer Handlungsauftrag. Sie setzt weiter auf ihren Maßnahmenkatalog, der Planung und Genehmigung beschleunigen soll.

Aus dem Ministerium heißt es, man nehme die Diskrepanz sehr ernst. Der Fokus liege auf besseren Investitionsbedingungen. Kritiker aus der Immobilienwirtschaft kontern: Bürokratie und hohe Standards bremsen weiter. Bloße Ankündigungen schließen keine Lücke von 100.000 Wohnungen.

Was bedeutet das für Mieter und Käufer?

Die Auswirkungen spüren die Bürger direkt:
* Mieten: In Ballungszentren steigen sie weiter, da das Angebot knapp bleibt.
* Eigentum: Hier beobachten Analysten eine Stabilisierung der Preise nach den Rückgängen. Die höheren Zinsen werden langsam akzeptiert, bleiben für viele aber eine Hürde.

Das IW-Gutachten macht klar: Ohne massiven Ausbau des Angebots wird es auch bei den Kaufpreisen keine Entspannung geben. Die Botschaft dieses Tages ist ambivalent. Während die Branche langsam aus der Talsohle kommt, reicht das Tempo bei weitem nicht aus. Das Thema Wohnen bleibt eines der drängendsten Probleme.

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