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IW-Studie: Deutscher Immobilienmarkt spaltet sich regional

20.03.2026 - 00:00:34 | boerse-global.de

Eine neue Prognose erwartet bis 2035 steigende Preise in Metropolen, wÀhrend lÀndliche Regionen massive Wertverluste durch den demografischen Wandel erleben könnten.

IW-Studie: Deutscher Immobilienmarkt spaltet sich regional - Foto: ĂŒber boerse-global.de
IW-Studie: Deutscher Immobilienmarkt spaltet sich regional - Foto: ĂŒber boerse-global.de

Eine neue Prognose des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) entkrÀftet die Angst vor einem flÀchendeckenden Preissturz. Statt eines bundesweiten Crashes erwarten die Forscher bis 2035 eine extreme regionale Spaltung. In Metropolen steigen die Preise weiter, wÀhrend lÀndliche Regionen massive Wertverluste erleben könnten.

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Was der „Silver Tsunami“ wirklich bringt

Hintergrund ist der demografische Wandel. Die Babyboomer-JahrgĂ€nge treten in das fortgeschrittene Rentenalter ein. In den kommenden Jahrzehnten werden daher Millionen EinfamilienhĂ€user frei – durch Verkauf, Umzug oder Vererbung. Branchenkreise fĂŒrchteten einen ĂŒberhasteten Preisverfall durch dieses Überangebot.

Die IW-Forscher um Immobilienökonom Pekka Sagner geben nun Entwarnung vor einem plötzlichen Crash. Der Prozess zieht sich ĂŒber Jahre, viele Senioren bleiben lĂ€nger im Eigenheim. Dennoch wird der „Silver Tsunami“ den Markt grundlegend verĂ€ndern.

Boomende StÀdte, schrumpfendes Land

Der detaillierte Kurzbericht prognostiziert bis 2035 einen durchschnittlichen, inflationsbereinigten Preisanstieg von 1,1 Prozent pro Jahr. Dieser Wert tarnt jedoch extreme GegensÀtze.

In wirtschaftsstarken GroßstĂ€dten wie MĂŒnchen, Berlin oder Hamburg und ihrem Umland klettern die Preise weiter. Anhaltende Zuwanderung und wirtschaftliche Kraft sorgen hier fĂŒr stabile Nachfrage.

Ganz anders sieht es in lĂ€ndlichen, strukturschwachen Gebieten aus, besonders in Teilen Nord- und Ostdeutschlands. Hier trifft der „Silver Tsunami“ auf eine schrumpfende Bevölkerung. Wenn viele HĂ€user der Babyboomer auf den Markt kommen, fehlt schlicht die junge KĂ€uferschicht. Die Folge: stagnierende oder sogar sinkende Immobilienwerte.

Der Sanierungsstau wird zur Preisfalle

Ein weiteres Problem fĂŒr VerkĂ€ufer in Randlagen ist der Zustand der HĂ€user. Viele GebĂ€ude aus den 70er und 80er Jahren haben einen enormen energetischen Sanierungsstau.

Die Modernisierungskosten fĂŒr WĂ€rmepumpe, DĂ€mmung und neue Fenster liegen schnell bei 150.000 Euro oder mehr. In begehrten Stadtlagen lohnt sich diese Investition noch. In Regionen mit schwacher Nachfrage ĂŒbersteigen die Sanierungskosten jedoch oft den spĂ€teren Marktwert. Unsanierte HĂ€user drohen, nur mit hohen AbschlĂ€gen verkauft zu werden oder leerzustehen.

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Löst der Boom der Senioren die Wohnungsnot?

Ein verbreiteter Irrtum ist die Hoffnung, der „Silver Tsunami“ lindere die allgemeine Wohnungskrise. Das freiwerdende Angebot passt nicht zur Nachfrage. Auf dem Land könnten HĂ€user leerstehen, in BallungsrĂ€umen fehlen weiterhin rund 1,4 Millionen Wohnungen.

Der demografische Wandel bringt vor allem Eigenheime in peripheren Lagen auf den Markt. Gesuchte, bezahlbare Mietwohnungen in den InnenstĂ€dten werden dadurch nicht mehr. Im Gegenteil: Die Mieten in GroßstĂ€dten stiegen zuletzt sogar stĂ€rker als die Kaufpreise fĂŒr Eigentum.

„Betongold“ nur noch mit Standort-Check

Die Studie erschĂŒttert das traditionelle deutsche VerstĂ€ndnis von Immobilien als sicherem „Betongold“. Die pauschale Annahme, jedes Haus sei eine stetig wachsende Altersvorsorge, gilt nicht mehr.

Anleger mĂŒssen kĂŒnftig die wirtschaftliche Dynamik und demografische Perspektive einer Region genau prĂŒfen. FĂŒr die Politik wird der Spagat schwerer: Wachstumsregionen brauchen mehr Neubau, schrumpfende Kommunen mĂŒssen Leerstand und RĂŒckbau managen.

Der Höhepunkt des „Silver Tsunami“ wird erst in den 2030er und 2040er Jahren erwartet. Bis dahin, so die Prognose, wird sich die Schere zwischen Metropolen und lĂ€ndlichen RĂ€umen weiter öffnen.

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