Kaffee: Arabica trotzt Angebotsschwemme
10.04.2026 - 11:33:50 | boerse-global.deAm Kaffeemarkt herrscht derzeit ein Tauziehen zwischen kurzfristigen EindeckungskĂ€ufen und der Erwartung einer massiven Ernteschwemme. WĂ€hrend Arabica-Futures zuletzt deutlich zulegten, bereitet sich der Markt bereits auf ein Rekordangebot aus SĂŒdamerika vor.
Gestern drehte die Stimmung an den Terminbörsen in New York und London. Der Arabica-Kontrakt fĂŒr Mai kletterte um knapp 2,8 Prozent auf 294,05 US-Cent pro Pfund. Marktbeobachter fĂŒhren diesen Sprung primĂ€r auf Short-Eindeckungen zurĂŒck â HĂ€ndler, die zuvor auf fallende Kurse gesetzt hatten, mussten ihre Positionen angesichts der lokalen StĂ€rke glattstellen. Robusta-Kaffee konnte diesem Tempo nicht ganz folgen, verzeichnete aber ebenfalls moderate Gewinne.
Brasilien plant die Rekordernte
Diese kurzfristige Erholung steht im Schatten fundamentaler Prognosen fĂŒr das laufende Jahr. Das Analysehaus StoneX rechnet fĂŒr 2026 mit einem globalen AngebotsĂŒberschuss. Haupttreiber ist Brasilien: Hier wird eine Ernte von rund 75,3 Millionen SĂ€cken erwartet. Die Produzenten profitieren dabei von einer erfolgreichen Erholung nach frĂŒheren WetterschĂ€den und strukturellen Optimierungen in den Anbaugebieten. Auch Vietnam steuert eine starke Produktion bei, was den langfristigen Preisdruck erhöht.
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Divergenz bei den LagerbestÀnden
Ein Blick auf die BestĂ€nde offenbart eine Spaltung des Marktes. WĂ€hrend die von der ICE ĂŒberwachten Arabica-VorrĂ€te zuletzt auf ein 6,25-Monats-Hoch stiegen, markierten die Robusta-BestĂ€nde vor wenigen Tagen ein Tief von 3,75 Monaten. Die europĂ€ischen GesamtlagerbestĂ€nde liegen zudem rund 8 Prozent unter dem Vorjahresniveau.
Die wichtigsten Daten zur Versorgungslage:
* Brasilien: Erwartete Ernte von 75,3 Mio. SĂ€cken (+20,8 %)
* Arabica-BestÀnde: Höchststand seit 6,25 Monaten (ICE)
* Robusta-BestÀnde: Tiefststand seit 3,75 Monaten
* Europa: GesamtlagerbestÀnde -8 % im Vorjahresvergleich
Die kurzfristige technische StĂ€rke bei Arabica dĂŒrfte bald auf den harten Boden der RealitĂ€t treffen, sobald die ersten Lieferungen der brasilianischen Rekordernte den Markt erreichen. Entscheidend wird nun, ob die niedrigen Robusta-BestĂ€nde ausreichen, um das Gesamtpreisniveau trotz des drohenden Ăberangebots bei Arabica zu stĂŒtzen.
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