Kaffee und Tee könnten Demenzrisiko senken
20.04.2026 - 09:30:42 | boerse-global.deEntscheidend ist offenbar das Koffein.
Studie mit ĂŒber 130.000 Teilnehmern ĂŒber 40 Jahre
Die im Fachjournal JAMA veröffentlichte Analyse wertete Gesundheitsdaten von 131.821 US-Amerikanern aus. Die Teilnehmer â 86.606 Frauen und 45.215 MĂ€nner â wurden ĂŒber einen Zeitraum von bis zu 43 Jahren beobachtet. Ihre ErnĂ€hrungsgewohnheiten wurden alle zwei bis vier Jahre erfasst.
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In der fast vier Jahrzehnte langen Nachbeobachtungszeit diagnostizierten die Forscher 11.033 DemenzfÀlle. Der Vergleich mit den Trinkgewohnheiten brachte ein klares Muster ans Licht: Diejenigen, die am meisten koffeinhaltigen Kaffee tranken, hatten ein 18 Prozent geringeres Demenzrisiko als Personen, die kaum oder keinen konsumierten. Bei Teetrinkern sank das Risiko um 14 bis 16 Prozent.
Zwei bis drei Tassen Kaffee als "Sweet Spot"
Die Studie identifizierte einen optimalen Konsumbereich fĂŒr den gröĂten Nutzen. Demnach ist das Risiko fĂŒr eine Demenzerkrankung am niedrigsten bei einem tĂ€glichen Konsum von zwei bis drei Tassen koffeinhaltigem Kaffee oder ein bis zwei Tassen koffeinhaltigem Tee. Mehr zu trinken brachte keinen zusĂ€tzlichen Schutz; bei sehr hohem Konsum lieĂ der positive Effekt sogar nach.
Ein entscheidender Befund: Entkoffeinierter Kaffee zeigte keine signifikante Assoziation mit einem verringerten Demenzrisiko. Das legt nahe, dass nicht die Antioxidantien im Kaffee, sondern das Koffein selbst fĂŒr den schĂŒtzenden Effekt verantwortlich ist. Auch bei subjektiven GedĂ€chtnisbeschwerden schnitten moderate Koffeinkonsumenten besser ab (7,8 %) als die Vergleichsgruppe (9,5 %).
Koffein blockiert SchlĂŒsselrezeptoren im Gehirn
Neurologen sehen in den Ergebnissen einen biologisch plausiblen Mechanismuss. Koffein wirkt als Adenosin-Rezeptor-Antagonist. "Besonders der A2A-Rezeptor-Subtyp ist an Prozessen wie Neuroinflammation und der Phosphorylierung von Tau-Proteinen beteiligt â beides Kennzeichen der Alzheimer-Krankheit", erklĂ€rt Dr. Dylan Wint von der Cleveland Clinic.
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Koffein könnte so helfen, die Ansammlung des toxischen Proteins Amyloid-beta zu reduzieren, das bei Alzheimer-Patienten Plaques im Gehirn bildet. Senior-Autor Daniel Wang warnt jedoch vor zu groĂen Erwartungen: "Die EffektgröĂe ist relativ klein. Koffein kann ein Puzzleteil der PrĂ€vention sein, ist aber keine eigenstĂ€ndige Lösung."
Assoziation ist noch kein Beweis fĂŒr KausalitĂ€t
Trotz der beeindruckenden StudiengröĂe mahnen Experten zur Vorsicht bei der Interpretation. Beobachtungsstudien wie diese zeigen Korrelationen, aber keine KausalitĂ€t. "Es könnte auch sein, dass Menschen in sehr frĂŒhen, unerkannten Stadien eines kognitiven Abbaus natĂŒrlicherweise weniger Kaffee trinken", gibt Dr. Celine Gounder zu bedenken â ein PhĂ€nomen, das als "umgekehrte KausalitĂ€t" bekannt ist.
Die Studienautoren entkrĂ€ften diesen Einwand mit einem Verweis auf die lange Nachbeobachtungszeit und die konsistenten Daten ĂŒber verschiedene genetische Profile hinweg. Der Nutzen von Koffein zeigte sich unabhĂ€ngig von der genetischen Veranlagung fĂŒr Demenz. Dies deutet auf einen breit wirksamen, grundlegenden Schutzmechanismus hin.
Ein Baustein im PrÀventions-Puzzle
Angesichts der weltweit steigenden Zahl von Demenzerkrankungen gewinnen leicht umsetzbare PrĂ€ventionsmaĂnahmen an Bedeutung. Die Idee, dass eine alltĂ€gliche Gewohnheit wie der Kaffeekonsum das Risiko senken könnte, wird daher positiv aufgenommen.
Der aktuelle Expertenkonsens lautet: Ein moderater Konsum koffeinhaltiger GetrĂ€nke ist sicher und potenziell vorteilhaft fĂŒr die Gehirngesundheit. Er sollte jedoch andere wesentliche Lebensstilfaktoren nicht ersetzen. Körperliche AktivitĂ€t, geistige Herausforderungen, ausreichend Schlaf und eine gesunde ErnĂ€hrung bleiben die Grundpfeiler der DemenzprĂ€vention. Die tĂ€gliche Tasse Kaffee oder Tee kann in diesem Rahmen eine unterstĂŒtzende Rolle spielen.
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