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Kanzleramt lÀdt zu PharmagesprÀch: ArzneiengpÀsse im Fokus

Veröffentlicht am: 12.11.2025 um 14:11 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Die Bundesregierung berĂ€t am Mittwoch mit der Pharma- und Medizintechnikbranche im Kanzleramt ĂŒber eine bessere Arzneiversorgung und attraktivere Standortbedingungen.

Zu dem GesprĂ€ch am Nachmittag bei Kanzleramtschef Thorsten Frei (CDU) werden Vertreter von Unternehmen und VerbĂ€nden sowie mehrerer Bundesministerien erwartet. Das Treffen soll den Auftakt fĂŒr eine Pharma- und Medizintechnikstrategie bilden.

Die Pharmaindustrie wĂ€chst als eine der wenigen Branchen in Deutschland, doch immer wieder kommt es zu EngpĂ€ssen beim Nachschub - etwa bei FiebersĂ€ften, Schmerz- und Diabetesmitteln oder Antibiotika. Bei vielen Mitteln ist Deutschland stark von China und Indien abhĂ€ngig. Die Pharmabranche macht Kostendruck auch der Politik dafĂŒr verantwortlich, dass sich Hersteller in Deutschland etwa aus der Produktion von Penicillin zurĂŒckgezogen haben. Unternehmen könnten wegen der geltenden Preisregulierung fĂŒr viele Arzneien in Deutschland steigende Kosten nicht einfach an Kunden weitergeben, indem sie Preise erhöhen.

Industrie sieht großes Sparpotenzial

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) begrĂŒĂŸte die geplante ganzheitliche Betrachtung von Pharma und Medizintechnik. "Die finanzielle StabilitĂ€t unseres Gesundheitssystems steht massiv unter Druck", sagte die zustĂ€ndige Abteilungsleiterin, Rabea Knorr. Umso wichtiger sei, jetzt die Innovationskraft der industriellen Gesundheitswirtschaft gezielt zu nutzen. Laut einer Studie könnten neue Technologien und Verfahren mittelfristig bis zu 50 Milliarden Euro jĂ€hrlich einsparen und zugleich die Versorgung verbessern.

Konkret will die Bundesregierung Maßnahmen fĂŒr Verbesserungen bei der Versorgung und den Marktbedingungen fĂŒr die Pharmaindustrie und die Medizintechnik in Deutschland erarbeiteten, wie ein Sprecher mitteilte. An den Auftakt soll sich ein ressortĂŒbergreifender Dialogprozess unter FederfĂŒhrung des Gesundheitsministeriums anschließen. Ziel ist es, die bestehenden Formate - die Pharmastrategie und der Pharmadialog - zusammenzufĂŒhren.

Warnung vor höheren Arzneipreisen

Bei den Rahmenbedingungen steht allerdings mit im Blick, dass höhere Arzneimittelpreise auf die Finanzen der gesetzlichen Krankenversicherungen durchschlagen. Beitragserhöhungen will die Koalition aber auch vermeiden. Die Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) warnten vorab davor, "dass die blendend verdienende Pharmabranche von allen Effizienzanstrengungen im deutschen Gesundheitswesen per se ausgenommen wird".

Die gesetzliche Krankenversicherung mit ihren 75 Millionen Versicherten habe ein großes Interesse an einer starken Pharma- und Medizintechnikindustrie, sagte die stellvertretende Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbands, Stefanie Stoff-Ahnis, der dpa. "Was gut fĂŒr die Versorgung ist, hat aber seinen Preis." Die Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung seien allein im ersten Halbjahr um sechs Prozent gestiegen. "Wir erwarten einen konstruktiven und fairen Dialog mit konkreten VorschlĂ€gen, um die Solidargemeinschaft vor immer höheren Kostensteigerungen zu schĂŒtzen."

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