Karriere-Downshifting, Abschied

Karriere-Downshifting: Der schwere Abschied von der Macht

26.01.2026 - 07:55:12

Der freiwillige Verzicht auf Führungspositionen löst bei Managern häufig Identitätskrisen aus, da Status und Macht eng mit dem Selbstbild verknüpft sind. Experten sehen den Wertewandel als Ursache.

Immer mehr Führungskräfte steigen freiwillig ab. Doch der Verzicht auf Status und Einfluss trifft viele psychisch unerwartet hart.

Mehr als nur ein Jobwechsel

Der Schritt zurück ist ein Angriff auf das eigene Selbstbild. Für viele Manager sind Titel und Verantwortung untrennbar mit ihrer Identität verknüpft. Der Verlust dieser Rolle kann eine tiefe Krise auslösen.

Experten sehen das Problem im plötzlichen Gefühl von Macht- und Gestaltungsverlust. Die Betroffenen müssen mühsam lernen, ihren Wert nicht mehr über die Position zu definieren.

Anzeige

Viele Führungskräfte erleben nach dem Karriere‑Rückzug eine Identitätskrise und kämpfen mit Stress, Orientierungslosigkeit sowie dem Wunsch nach mehr Sinn außerhalb von Status. Das kostenlose E‑Book “Work‑Life‑Balance: Stressfrei produktiv” bietet praxisnahe Übungen, 5 Sofortmaßnahmen und konkrete Zeitdiebe-Lösungen — ideal für Manager in Übergangsphasen, die Erfolg und Wohlbefinden vereinen wollen. Jetzt Work-Life-Balance E-Book herunterladen

Das Stigma des „Abstiegs“

Unsere Leistungsgesellschaft honoriert Aufstieg – Abstieg wird oft als Scheitern gedeutet. Downshifter sehen sich mit Unverständnis von Kollegen, Freunden und Familie konfrontiert.

Die ständige Rechtfertigungsfrage belastet den inneren Prozess zusätzlich. Die Angst, als weniger kompetent oder ambitioniert wahrgenommen zu werden, ist eine der größten Hürden.

Entzugserscheinungen nach der Macht

Der Wegfall von Einfluss und Entscheidungsgewalt hinterlässt eine Leere. Der Adrenalinkick des Führungsalltags fehlt plötzlich.

Psychologisch geht es um den Verlust von Kontrolle. Ehemalige Manager müssen sich neue Sinnquellen abseits von Macht und Status suchen – eine herausfordernde Umstellung.

Symptom eines Wertewandels

Downshifting ist Teil eines größeren Trends. Phänomene wie die „Great Resignation“ zeigen: Immer mehr Menschen hinterfragen lineare Karrierepfade.

Die Motive sind vielfältig:
* Der Wunsch nach besserer Work-Life-Balance
* Mehr Zeit für Familie oder Hobbys
* Die Prävention von Burnout
* Die Rückkehr zu erfüllender Facharbeit

Unternehmen müssen auf diesen Wertewandel reagieren. Karriere wird individueller und flexibler.

Ein etablierter Karrierepfad?

In Zukunft könnte der bewusste Schritt zurück als Zeichen von Stärke gelten. Einige Firmen denken bereits über Programme nach, die „Karriere-Off-Ramps“ ermöglichen – also das Reduzieren von Verantwortung ohne Firmenaustritt.

Der wachsende Fokus auf mentale Gesundheit dürfte die Akzeptanz für solche Wege weiter erhöhen. Das Ziel: eine Arbeitswelt, in der Erfolg und Wohlbefinden kein Widerspruch mehr sind.

@ boerse-global.de