KassenÀrzte, Kliniken

KassenÀrzte und Kliniken warnen vor schlechterer Versorgung

Veröffentlicht am: 20.04.2026 um 14:50 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
KassenĂ€rzte und Klinikbranche warnen vor Verschlechterungen bei der Patientenversorgung durch die geplanten Milliarden-Einsparungen der Koalition fĂŒr das Gesundheitswesen.

"Eine Deckelung der VergĂŒtung bedeutet natĂŒrlich Rationierung. Alles andere wĂ€re schlicht gelogen", sagte der Chef der KassenĂ€rztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, in Berlin. In der Folge wĂŒrden Wartezeiten nicht kĂŒrzer, sondern lĂ€nger.

Mit Beitragsgeldern der gesetzlichen Kassen werde inzwischen "der Sozialstaat finanziert", kritisierte Gassen mit Blick darauf, dass der Bund nicht die vollen Kosten fĂŒr BĂŒrgergeldbezieher in der gesetzlichen Krankenversicherung trĂ€gt.

Der Chef der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, monierte, dass Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) nur von Donnerstagnachmittag bis MontagfrĂŒh Zeit fĂŒr Stellungnahmen zu einem Gesetzentwurf gegeben habe. Dies sei "absolut respektlos und unseriös". Die Politik wolle im Prinzip gar keine VerbesserungsvorschlĂ€ge oder Hinweise auf mögliche Fehler, "sondern sie will so schnell wie möglich jede Form der Kritik unterdrĂŒcken, mundtot machen."

Gaß: Schließungen ohne RĂŒcksicht auf Bedarf

Gaß warnte: "Wir werden erleben, dass es Wartelisten gibt." Da viele TrĂ€ger in den roten Zahlen steckten, könnten sie nicht anders, als KĂŒrzungen eins zu eins an BeschĂ€ftigte weiterzugeben. Manche Kliniken mĂŒssten defizitĂ€re Bereiche schließen, ohne RĂŒcksicht darauf, inwieweit ein regionaler Versorgungsbedarf bestehe. Es gehe dann darum, Standorte insgesamt vor der Pleite zu retten.

Warken hatte einen Entwurf fĂŒr ein Sparpaket vorgelegt, das die gesetzlichen Krankenversicherungen 2027 um 19,6 Milliarden Euro entlasten soll. Dies wĂ€re mehr als die erwartete LĂŒcke von 15 Milliarden Euro und soll erneute Anhebungen der ZusatzbeitrĂ€ge verhindern. Im Blick stehen Ausgabenbremsen bei Praxen, Kliniken und Pharmabranche - aber auch höhere Zuzahlungen fĂŒr Medikamente und EinschrĂ€nkungen der beitragsfreien Mitversicherung von Ehepartnern. Der Gesetzentwurf soll am 29. April ins Bundeskabinett kommen.

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