KBV-Chef, Schnitt

KBV-Chef fordert radikalen Schnitt bei Homöopathie-Finanzierung

26.02.2026 - 06:52:27 | boerse-global.de

Der Chef der KassenĂ€rztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, will freiwillige Zusatzleistungen wie Homöopathie abschaffen, um jĂ€hrlich fast eine Milliarde Euro zu sparen. Die Forderung löst eine Grundsatzdebatte ĂŒber Evidenz und Finanzierung aus.

KBV-Chef fordert radikalen Schnitt bei Homöopathie-Finanzierung - Foto: ĂŒber boerse-global.de
KBV-Chef fordert radikalen Schnitt bei Homöopathie-Finanzierung - Foto: ĂŒber boerse-global.de

Andreas Gassen, Chef der KassenĂ€rztlichen Bundesvereinigung, will freiwillige Zusatzleistungen der Krankenkassen komplett streichen. Sein Ziel: fast eine Milliarde Euro pro Jahr einsparen. Die Forderung entzĂŒndet eine Grundsatzdebatte ĂŒber die Finanzierung alternativer Heilmethoden.

In einer Phase steigender Kosten und knapper Kassen fordert Gassen die Abschaffung aller freiwilligen Satzungsleistungen. Explizit nennt er die umstrittene Homöopathie. Der Vorstoß trifft den Nerv der Zeit, denn die gesetzlichen Krankenkassen stehen trotz erhöhter ZusatzbeitrĂ€ge weiter unter massivem Finanzdruck.

Anzeige

Werden Ihre Blutwerte falsch interpretiert? Der Gratis-Report zeigt, welche Werte wirklich zĂ€hlen – und wie Sie Fehldiagnosen vermeiden. Endlich Klarheit bei Ihren Laborwerten schaffen

Gassen argumentiert scharf: Wenn im regulĂ€ren Leistungskatalog gespart werden mĂŒsse, mĂŒssten zuerst die „Nice-to-have“-Angebote fallen. Krankenkassen nutzten diese oft vor allem fĂŒr Marketingzwecke. Neben Homöopathie betrifft das auch Leistungen wie professionelle Zahnreinigungen oder ZuschĂŒsse fĂŒr Gesundheitskurse.

Sparen oder Wahlfreiheit? Die Kernfrage

Gassens Attacke zielt auf einen neuralgischen Punkt. Er kritisiert, dass Kassen einerseits ĂŒber KĂŒrzungen bei Arzthonoraren nachdenken, andererseits aber Millionen fĂŒr werbewirksame Zusatzleistungen ausgeben. Die Finanzierung der Homöopathie aus Beitragsgeldern ist dabei der grĂ¶ĂŸte Zankapfel.

Ihre Wirksamkeit ist wissenschaftlich nicht belegt. Ein vollstĂ€ndiger Wegfall aller freiwilligen Leistungen brĂ€chte nach Gassens SchĂ€tzung knapp eine Milliarde Euro Ersparnis. Auf die Homöopathie allein entfiele ein zweistelliger Millionenbetrag. FrĂŒhere Streichungsversuche von Gesundheitsminister Karl Lauterbach scheiterten am politischen Widerstand.

Geteilte Reaktionen aus der Politik

Der Vorstoß sorgt fĂŒr sofortige politische Kontroversen. Kritiker wie Ates GĂŒrpinar (Die Linke) halten einen pauschalen Rotstift fĂŒr falsch. Entscheidend mĂŒsse der medizinische Nutzen sein. WĂ€hrend homöopathische Behandlungen ohne Wirkungsnachweis nicht solidarisch finanziert werden sollten, seien prĂ€ventive Kurse sinnvoll.

Anzeige

Viele Menschen ĂŒber 50 setzen bereits auf gezielte Übungen, um gesundheitlichen Beschwerden im Alltag ohne teure Zusatzbehandlungen vorzubeugen. Dieser Expertenrat zeigt Ihnen 6 einfache Übungen fĂŒr zu Hause, die Ihre VitalitĂ€t spĂŒrbar steigern können. Kostenlosen 6-Übungen-Plan als PDF sichern

Die Debatte offenbart die tiefe Spaltung: Soll die Wahlfreiheit der Versicherten oder die wissenschaftliche Evidenz oberstes Kriterium sein? BefĂŒrworter der Homöopathie verweisen auf ihre hohe Akzeptanz in der Bevölkerung. Kritiker fordern eine klare Trennung: Wissenschaftliche Medizin ja, alternative Methoden auf eigene Rechnung.

Der wissenschaftliche Streitpunkt

Im Kern geht es um die fehlende Evidenz. Die Homöopathie basiert auf dem Prinzip „Ähnliches mit Ähnlichem heilen“ und verwendet extrem verdĂŒnnte Substanzen. Der wissenschaftliche Konsens ist klar: Eine spezifische Wirkung ĂŒber den Placebo-Effekt hinaus ist nicht nachgewiesen.

Konsequenzen gab es bereits: Einige LandesĂ€rztekammern, wie in Baden-WĂŒrttemberg, strichen die Zusatzweiterbildung „Homöopathie“ aus ihren Ordnungen. Ein Bekenntnis zur evidenzbasierten Medizin. Dennoch bleibt die Behandlung erlaubt und wird von vielen Ärzten angeboten.

Ein System vor der Weichenstellung

Die Debatte wird die Gesundheitspolitik der kommenden Monate prĂ€gen. Der finanzielle Druck auf die Kassen wird nicht nachlassen – und damit auch der Ruf nach radikalen Sparmaßnahmen. Wird die Politik Gassens Vorschlag folgen und die freiwilligen Leistungen grundsĂ€tzlich neu bewerten?

Eine solche Entscheidung hĂ€tte weitreichende Folgen fĂŒr Millionen Versicherte. Sie könnte aber auch die Position der wissenschaftsbasierten Medizin stĂ€rken. Die Frage der Homöopathie-Finanzierung ist somit mehr als eine Kostenfrage. Sie ist ein Symbol fĂŒr die grundlegende Richtung der Medizin im 21. Jahrhundert.

So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!

<b>So schÀtzen die Börsenprofis  Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlĂ€ssliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
FĂŒr. Immer. Kostenlos.
boerse | 68613274 |