Keel, Aktie

Keel Aktie: 478 Megawatt an drei Standorten

Veröffentlicht am: 04.06.2026 um 19:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Keel Infrastructure verzeichnet hohen Nettoverlust bei moderatem Umsatz. Analysten bleiben trotz fehlender Hyperscaler-VertrÀge optimistisch.

Keel Infrastructure: Quartalsverlust belastet Aktie trotz AI-Ausblick
Zeitraffer einer Stadt bei Nacht Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Der ehemalige Bitcoin-Miner Bitfarms heißt jetzt Keel Infrastructure – doch der Neuanfang an der Börse verlĂ€uft holprig. Die Aktie rutschte im vorbörslichen Handel um rund fĂŒnf Prozent ab. Anleger wĂ€gen die langfristigen AI-Chancen gegen handfeste Verluste ab.

Die Skepsis hat einen konkreten Auslöser: Die Quartalszahlen fĂŒr das erste GeschĂ€ftsquartal 2026 zeigen ein krasses MissverhĂ€ltnis. Der Umsatz liegt bei 37 Millionen US-Dollar. Der Nettoverlust betrĂ€gt 145 Millionen US-Dollar. Die hohen Kosten fĂŒr den Umbau der nordamerikanischen Infrastruktur fressen die Erlöse.

Analysten sehen Licht am Ende des Tunnels

Trotz der roten Zahlen bleibt ein Teil der Analysten optimistisch. Brian Kinstlinger von Alliance Global bestĂ€tigte sein "Buy"-Rating und hob das Kursziel von 5,00 auf 8,00 US-Dollar an. Seine BegrĂŒndung: Keel komme bei den Baugenehmigungen fĂŒr die HPC- und AI-Projekte voran. Die Bewertung hĂ€nge maßgeblich an diesem Fortschritt.

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Ein zentrales Problem bleibt indes ungelöst: der fehlende Hyperscaler-Vertrag. WĂ€hrend Wettbewerber bereits milliardenschwere Langzeitmieten mit Cloud- oder AI-Giganten abgeschlossen haben, wartet Keel noch auf den ersten großen Deal. Die genehmigte Pipeline umfasst 478 Megawatt an drei Standorten: Panther Creek und Sharon in Pennsylvania sowie Moses Lake in Washington.

Verkauf in Paraguay, Fokus auf Nordamerika

Das Management hat im abgelaufenen Quartal einen klaren Schnitt vollzogen. Der Verkauf der Paso-Pe-Mine in Paraguay fĂŒr rund 30 Millionen US-Dollar beendet die Ära in Lateinamerika. Keel Infrastructure ist jetzt zu 100 Prozent auf Nordamerika ausgerichtet – ein Schritt, der die Energie-Assets in höhermargige HPC-Anwendungen lenken soll.

Die GesprĂ€che mit potenziellen Mietern laufen auf Hochtouren. Laut Unternehmensangaben fanden nach den Quartalszahlen ĂŒber 100 Meetings statt. Börsianer fragen sich, ob die Erwartungen an die AI-Transformation nicht bereits vollstĂ€ndig im Kurs eingepreist waren.

Das zeigt auch die technische Situation. An der Marke von 6,15 US-Dollar prallte die Aktie zuletzt ab. Die Put/Call-Ratio deutet auf weiterhin optimistische Privatanleger hin, wĂ€hrend institutionelle Investoren zunehmend vorsichtig werden. Entscheidend wird die Jahresmitte: Dann erwartet das Management die vollstĂ€ndige Baugenehmigung fĂŒr einen der zentralen Standorte. Das könnte der SchlĂŒssel sein, um den ersten Hyperscaler-Vertrag endlich einzutĂŒten.

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