Deutschland gröĂtes Hacker-Ziel in der EuropĂ€ischen Union
16.10.2025 - 16:05:59Das geht aus dem Microsoft US5949181045 Digital Defense Report 2025 hervor, den der Software-Konzern in Redmond veröffentlicht hat. Danach richteten sich 3,3 Prozent aller Cyberangriffe weltweit im ersten Halbjahr 2025 gegen Ziele in Deutschland.
Im weltweiten Vergleich kommt Deutschland damit allerdings noch glimpflich davon. Fast jeder vierte Cyberangriff weltweit (24,8 Prozent) richtet sich gegen Opfer in den USA. Auf Platz 2 der Ziel-Liste steht GroĂbritannien mit 5,8 Prozent, gefolgt von Israel (3,5 Prozent). Hinter Deutschland auf Platz 4 folgen die Ukraine (2,8 Prozent), Kanada und Japan (2,6), Indien (2,3), die Vereinigten Arabischen Emirate (2,0) Prozent sowie Australien und Taiwan mit jeweils 1,8 Prozent.
Nach EinschĂ€tzung der Sicherheitsexperten von Microsoft geht es den TĂ€tern hĂ€ufiger um einen finanziellen Gewinn als um klassische Spionage. Bei mehr als der HĂ€lfte (52 Prozent) versuchten die Cyberkriminellen mit Ransomware, Geld zu erpressen. Angriffe, die ausschlieĂlich auf Spionage abzielten, machten dagegen nur 4 Prozent aus. "Bedrohungen durch staatliche Akteure sind nach wie vor eine ernsthafte und anhaltende Gefahr. Die meisten unmittelbaren Angriffe, denen Unternehmen heute ausgesetzt sind, gehen jedoch von gewöhnlichen Kriminellen aus, die auf Profit aus sind", sagte ein Microsoft-Sprecher.
GröĂte Gefahr aus Russland, China, Nordkorea und dem Iran
Die gröĂte Gefahr im Cyberraum geht dem Report zufolge von Hackern aus Russland, China, Nordkorea und dem Iran aus. Russland nutze Hackergruppen vor allem dazu, um die Ukraine und Nato-Mitgliedsstaaten anzugreifen. Nordkorea, aber auch dem Iran gehe es hauptsĂ€chlich darum, mit Ransomware-Angriffen Geld fĂŒr staatliche Zwecke zu erpressen.
Ein groĂes Problem seien auch nordkoreanische IT-Experten, die im Westen arbeiten. Seit ĂŒber einem Jahrzehnt habe Nordkorea heimlich zehntausende ArbeitskrĂ€fte zur Telearbeit in Firmen und Organisationen auf der ganzen Welt eingeschleust. "Diese wachsende Armee von Mitarbeitern ĂŒberweist jĂ€hrlich Hunderte Millionen Dollar nach Nordkorea. Wenn sie entdeckt werden, wenden sich einige dieser Mitarbeiter der Erpressung zu, einer weiteren Methode, um Geld fĂŒr das Regime zu beschaffen."
Wirksamer Schutz durch MFA
Bei klassischen Angriffen versuchen Hacker vor allem sich die Zugangsdaten zu den Anwenderkonten zu beschaffen. Dabei agieren die Angreifer vor allem mit Phishing-E-Mails, mit denen die Opfer dazu verleitet werden sollen, ihre Zugangsdaten auf einem gefÀlschten System anzugeben. Die Experten von Microsoft weisen darauf hin, dass mit einer Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) 99,9 Prozent dieser Angriffe abgewehrt werden könnten.
Beim Login mit MFA mĂŒssen die Anwender zusĂ€tzlich zu ihrem Passwort noch einen zweiten Nachweis erbringen. Das kann eine SMS oder App-BestĂ€tigung auf dem Mobiltelefon sein - oder ein Fingerabdruck oder Gesichtsscan. Möglich ist auch ein physischer SicherheitsschlĂŒssel. Durch den "zweiten Faktor" ist der Konto-Zugang geschĂŒtzt, selbst wenn den Hackern das Passwort bekannt ist.

