Börse Frankfurt-News: Kurs auf 18.000 Punkte (Wochenausblick)
04.03.2024 - 10:48:41Nach einem jĂ€hen Ende sieht es derzeit nicht aus, so manche glauben an RĂŒckenwind aus China. Und ĂŒberwertet seien die MĂ€rkte auch nicht.
4. MĂ€rz 2024. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Zweifel an der Rally - die sind derzeit wie weggefegt. "Eigentlich gĂ€be es gerade genug GrĂŒnde fĂŒr schwĂ€chere AktienmĂ€rkte. Doch offenkundig bleibt die ErzĂ€hlung von ab dem Sommer anstehenden Leitzinssenkungen glaubhaft", kommentiert Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank. Auch dass die am Freitag veröffentlichten Februar-Inflationszahlen fĂŒr die Eurozone etwas höher ausfielen als erwartet, Ă€nderte nichts an der Begeisterung.
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Der DAX hatte am Freitag die siebte Bestmarke in Folge erreicht. Am Montagmorgen steht der Index bei 17.330 Punkten nach 17.735 Punkten am Freitag zu Handelsschluss nahezu unverĂ€ndert. An der Wall Street waren S&P 500 und Nasdaq am Freitag erneut auf neue Allzeithochs geklettert. Auch in Japan geht die Rally weiter: Der Nikkei 225 schloss heute Morgen erstmals ĂŒber 40.000 Punkten. Die Krypto-Rally setzt sich fort, der Bitcoin kostet am Montagmorgen wieder 64.000 US-Dollar. Das Allzeithoch von knapp 69.000 US-Dollar aus dem November 2021 ist nicht mehr weit.
Laut Thorsten Weinelt von der Commerzbank preisen die AktienmĂ€rkte ein, dass es auch 2024 keine Rezession in den USA geben wird - trotz starker Leitzinserhöhungen. Er sieht aber noch Potenzial von anderer Seite: "Sollten in China weitere KonjunkturmaĂnahmen angekĂŒndigt werden, dĂŒrfte das den AktienmĂ€rkten kurzfristig weiteren RĂŒckenwind geben." Auch die DekaBank blickt auf China - und den Beginn des Nationalen Volkskongresses am heutigen Montag. Das Wachstumsziel fĂŒr 2024 werde wohl bei rund 5 Prozent liegen. "Es ist zu erwarten, dass weitere Schritte zur StĂ€rkung der Wirtschaft angekĂŒndigt werden, ein Schwerpunkt dĂŒrfte auf Anreizen fĂŒr den Kauf langlebiger KonsumgĂŒter liegen", erklĂ€rt Kater.
"VerfrĂŒht, sich von Aktien zu verabschieden"
Markus Reinwand von der Helaba hat die diversen Kritikpunkte am Kursanstieg untersucht: fehlende Breite des Anstiegs, zu hohe Zinssenkungserwartungen und zu hohe Bewertungen. Er weist daraufhin, dass seit dem Zwischentief im Oktober 2023 zwar nur fĂŒnf Aktien fĂŒr rund 35 Prozent des S&P 600-Kursanstiegs verantwortlich seien. Insgesamt hĂ€tten aber 452 Indexmitglieder zugelegt - und nur 56 verloren. "Der Aufschwung ist somit breit getragen." Die zuvor ĂŒberzogenen hohen Zinssenkungserwartungen hĂ€tten sich zudem zurĂŒckgebildet. Auch die Bewertung sei nicht völlig ĂŒberzogen. "Betrachtet man die absolute Bewertung auf KGV-Basis, lĂ€sst sich zwar ein erhöhtes Niveau feststellen, aber keine Blase." ?"hnliches gelte fĂŒr die relative Bewertung gegenĂŒber Staatsanleihen. Insgesamt hĂ€tten Dividendentitel zwar schon viel Positives vorweggenommen, das Risiko zwischenzeitlicher KursrĂŒcksetzer steige. Sich von dieser Anlageklasse zu verabschieden, sei aber verfrĂŒht. "SchlieĂlich sprechen perspektivisch sinkende Zinsen und eine sich belebende Weltkonjunktur fĂŒr Aktien."
Diese Woche blickt alles auf den Donnerstag, den EZB-Sitzungstag. Noch werden keine Zinssenkungen erwartet, aber Signale in diese Richtung. Die Berichtssaison lĂ€uft unterdessen in den USA aus, hier ist sie noch im vollen Gange. In dieser Woche legen viele Unternehmen ihre Zahlen fĂŒr das Schlussquartal 2023 vor, etwa Bayer, Continental, DHL Group, Symrise, Merck und Brenntag.
Wichtige Konjunktur- und Wirtschaftstermine der Woche
Dienstag, 5. MĂ€rz
USA: "Super Tuesday": Laut DekaBank werden die Ergebnisse am wichtigen "Super Tuesday" wohl die letzten Restzweifel ĂŒber die PrĂ€sidentschaftskandidaten ausrĂ€umen: Joe Biden werde fĂŒr die Demokraten antreten, Donald Trump fĂŒr die Republikaner.
Deutschland: IndexĂŒberprĂŒfung. Die turnusmĂ€Ăige ĂberprĂŒfung der Deutschen Börse erfolgt viermal im Jahr, jeweils am dritten Arbeitstag im MĂ€rz, Juni, September und Dezember. Veröffentlicht werden die beschlossenen ?"nderungen nach US-Börsenschluss, wirksam werden sie rund drei Wochen spĂ€ter.
Donnerstag, 7. MĂ€rz
8.00 Uhr. Deutschland: AuftragseingĂ€nge Industrie Januar. Die DekaBank erwartet einen RĂŒckprall nach GroĂauftrĂ€gen und prognostiziert ein Minus von 5,5 Prozent nach dem Plus von 8,9 Prozent im Dezember.
14.15 Uhr. Eurozone: EZB-Zinsentscheid. Die Leitzinsen dĂŒrften unverĂ€ndert bleiben, meint etwa die Deutsche Bank. Sie erwartet allerdings "falkenhafte" ?"uĂerungen nach dem geringen RĂŒckgang der Inflation im Februar.
Freitag, 8. MĂ€rz
8.00 Uhr. Deutschland: Industrieproduktion Januar. Die deutsche Produktion hat nach einem halben Jahr ununterbrochenen Schrumpfens wohl erstmals wieder zugelegt, erklĂ€rt die DekaBank, und das krĂ€ftig. RĂŒckenwind kĂ€men von der Industrie und der witterungsbegĂŒnstigten Bauwirtschaft.
14.30 Uhr. USA: Arbeitslosenzahlen Februar. Die BeschÀftigung ist im Februar wohl weiter krÀftig gestiegen, wenn auch deutlich langsamer als im Januar, meint die Commerzbank. Sie erwartet einen Stellenzuwachs um 200.000 bei einer unverÀndert niedrigen Arbeitslosenquote von 3,7 Prozent.
von: Anna-Maria Borse, 4. MÀrz 2024, © Deutsche Börse AG
(FĂŒr den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die BeitrĂ€ge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)

