Kiew meldet neue russische Angriff
Veröffentlicht am: 08.09.2026 um 09:50 Uhr | dpa, AD HOC NEWSIn der Nacht wurden Explosionen aus der ukrainischen Hauptstadt gemeldet, mehrere WohnhÀuser, Lagerhallen, eine Schule und Autos seien im Zuge der Raketen- und Drohnenangriffe beschÀdigt worden, berichteten örtliche Medien unter Berufung auf Behördenangaben. Nach Angaben des Zivilschutzes wurden zwei Menschen getötet und zehn weitere verletzt.
Auch in anderen, teils weit im Hinterland liegenden, Regionen der Ukraine wurde Luftalarm ausgelöst. Im westlichen Nachbarland Polen wurde die Luftabwehr in Alarmbereitschaft versetzt, wie das MilitÀr mitteilte. Der ukrainische PrÀsident Wolodymyr Selenskyj sprach am Morgen von erheblichen SchÀden an WohngebÀuden und anderer ziviler Infrastruktur in Kiew. In der Region sei kritische Infrastruktur attackiert worden. Im Gebiet Odessa sei ein gewöhnlicher Markt angegriffen worden und in Charkiw wurden demnach zwei Menschen verletzt.
Selenskyj: Ukraine braucht Mittel zur Abwehr ballistischer Raketen
Er sprach von einem komplexen Angriff Russlands mit ballistischen Raketen, Anti-Schiffs-Raketen, Marschflugkörpern und Drohnen. Die Luftwaffe habe 175 Flugkörper abgefangen, aber nicht alle, schrieb Selenskyj. Einmal mehr verwies er auf den Mangel von Mitteln zur Abwehr ballistischer Raketen. Sie sind aufgrund ihrer hohen Geschwindigkeit besonders schwer abzufangen. DarĂŒber spreche Kiew mit seinen Partnern, schrieb Selenskyj und kĂŒndigte weitere GesprĂ€che auch ĂŒber das Raketenabwehrprojekt Freyja an.
Aus dem russischen Gebiet Saratow, rund 500 Kilometer östlich der ukrainischen Grenze, wurden ebenfalls Angriffe gemeldet. Dem Gouverneur des Gebiets, Roman Bussargin zufolge, wurden bei ukrainischen Drohnenangriffen zehn Menschen verletzt. Darunter seien drei MinderjĂ€hrige. Mehrere HĂ€user seien beschĂ€digt worden. Im russischen Grenzgebiet Brjansk wurde nach Angaben des kommissarischen Gebietsgouverneurs Jegor Kowaltschuk ein Mann bei einem ukrainischen Angriff in der etwas mehr als 30 Kilometer von der Grenze zur Ukraine entfernten Stadt Starodub getötet. Drei weitere seien verletzt worden. Die Angaben beider Kriegsparteien konnten zunĂ€chst nicht unabhĂ€ngig ĂŒberprĂŒft werden.
Kampfpause ĂŒbers Wochenende
Trumps Gesandter Steve Witkoff und der Schwiegersohn des US-PrĂ€sidenten, Jared Kushner, hatten am Wochenende zum wiederholten Mal Moskau und danach erstmals auch Kiew besucht. Dort verhandelten sie mit Russlands PrĂ€sident Wladimir Putin und dem ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj ĂŒber mögliche Lösungswege zur Beendigung des Krieges, den Russland mit seinem Einmarsch ins Nachbarland im Februar 2022 begonnen hatte. Ergebnisse der GesprĂ€che wurden nicht bekannt.
Die Kriegsparteien hatten sich bereit erklÀrt, wÀhrend des Besuchs der US-Gesandten auf Luftangriffe auf die jeweiligen HauptstÀdte zu verzichten.
In den Wochen vor der Ankunft Kushners und Witkoffs in Kiew hatte Russland die Ukraine verstĂ€rkt mit Drohnen, Marschflugkörpern und ballistischen Raketen angegriffen, wĂ€hrend die ukrainischen StreitkrĂ€fte ĂŒberwiegend auf schnelle und weitreichende Drohnen, aber auch auf Marschflugkörper setzten.
Bei ihrem Abwehrkampf gegen die russische Invasion und stÀndigen Luftangriffe ist die Ukraine auf Hilfe westlicher Staaten angewiesen.
