'Koalition der Willigen' unbeeindruckt von Moskaus Drohungen
Veröffentlicht am: 24.08.2026 um 18:07 Uhr | dpa.deDie Ukraine müsse "in ihrem Kampf zur Verteidigung ihrer Souveränität, Freiheit und territorialen Unversehrtheit" weiter unterstützt werden, teilten Bundeskanzler Friedrich Merz, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und der britische Premierminister Andy Burnham in einer Mitteilung nach einer Videoschalte der sogenannten "Koalition der Willigen" als Co-Gastgeber mit.
Die Ukraine habe das "ureigene Recht", sich gegen den russischen Angriffskrieg zu verteidigen, hieß es in der gemeinsamen Stellungnahme. "Unverantwortliche Drohungen seitens Russlands" würden der Unterstützung der Ukraine durch die europäischen Länder keinen Abbruch tun. Man sei entschlossen, "die militärische Unterstützung für die Ukraine zu erhöhen, als besonders dringliche Aufgabe die Flugabwehr der Ukraine zu stärken, die Zusammenarbeit mit ihrer Rüstungsindustrie zu verbessern und einschlägige Technologien zu teilen", hieß es weiter.
Die Regierung in London genehmigte den Antrag Selenskyjs für den Bau von weitreichenden Marschflugkörpern mit britischer "Storm Shadow"-Technologie. In Moskau sorgte die Ankündigung bereits am Morgen für harsche Kritik: Kremlsprecher Dmitri Peskow warf London vor, mit den Scalp-Plänen "methodisch und regelmäßig Öl ins Feuer" des Kriegs zu gießen. Russland droht demnach mit "einer Zerstörung der entsprechenden Objekte". Großbritanniens Premier Burnham bezeichnete die russischen Drohungen hingegen als "unerhört".
Anstrengungen gegen "Kriegskasse"
Darüber hinaus sicherten die Regierungschefs dem ukrainischen Energiesektor Soforthilfen für den kommenden Winter zu. Auch die Anstrengungen gegen "Russlands Kriegskasse" müssten etwa in Form von Sanktionen und einem rigorosen Vorgehen gegen die russische Schattenflotte fortgeführt werden. Dabei wolle man auch eng mit den Vereinigten Staaten zusammenarbeiten, "um dafür zu sorgen, dass Russland die Mittel für eine Fortführung seines illegalen Kriegs ausgehen".
In Kiew fanden am Montag die Feierlichkeiten anlässlich des 35. Jahrestages der Unabhängigkeit der Ukraine statt. Unter anderem waren Burnham und EU-Ratspräsident António Costa dafür in die ukrainische Hauptstadt gereist. Merz und Macron nahmen virtuell an der Schalte der "Koalition der Willigen" teil.
