Köln, Mietanstieg

Köln verzeichnet stärksten Mietanstieg Deutschlands

10.02.2026 - 18:32:12

Köln verzeichnet mit 7,6 Prozent den bundesweit höchsten Mietpreisanstieg. Ein akuter Wohnungsmangel und der Neubaueinbruch lassen eine Entspannung unwahrscheinlich erscheinen.

Kölns Wohnungsmarkt schockiert mit einem Mietpreisplus von 7,6 Prozent. Die Domstadt hat damit den bundesweit stärksten Zuwachs aller Metropolen. Die durchschnittliche Angebotsmiete klettert auf rund 15 Euro pro Quadratmeter.

Die Zahlen aus aktuellen Branchenanalysen entfachen die Debatte um bezahlbaren Wohnraum neu. Köln ist zum neuen Hotspot der Mietpreisdynamik aufgestiegen.

Andere Großstädte deutlich abgeschlagen

Der Kölner Anstieg stellt andere Metropolen deutlich in den Schatten. Zum Vergleich:
* Hamburg: +5,4 % auf 14,41 €/m²
* München: +4,6 % auf 22,62 €/m²
* Berlin: 15,78 €/m² im Durchschnitt
* Frankfurt am Main: 17,19 €/m²

Die Entwicklung zeigt den außergewöhnlichen Druck auf dem lokalen Immobilienmarkt.

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Wachstum trifft auf akuten Wohnungsmangel

Was treibt die Preisexplosion? Ein fundamentales Ungleichgewicht: Die Nachfrage übersteigt das Angebot bei Weitem.

Köln verzeichnet seit Jahren stetiges Bevölkerungswachstum. Prognosen sagen einen weiteren Anstieg voraus. Gleichzeitig fehlen heute schon Tausende Wohnungen. Bis 2040 könnte sich dieses Defizit auf über 50.000 Einheiten ausweiten.

Verschärft wird die Lage durch den soziodemografischen Wandel. Immer mehr Ein- und Zwei-Personen-Haushalte benötigen pro Kopf mehr Wohnraum.

Neubau-Einbruch verschärft die Krise

Das Problem ist bundesweit. Das Frühjahrsgutachten des Zentralen Immobilien Ausschusses (ZIA) zeichnet ein düsteres Bild. 2026 werden voraussichtlich nur rund 215.000 Wohnungen fertig – der Bedarf liegt weit höher.

Gestiegene Zinsen, hohe Baukosten und langwierige Genehmigungsverfahren bremsen die Bautätigkeit aus. Experten vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) warnen: Diese Lücke treibt die Mieten zwangsläufig weiter nach oben.

Köln ist somit die extreme Ausprägung eines nationalen Problems.

„Bau-Turbo“ reicht nicht aus

Branchenkenner sehen tiefgreifende strukturelle Probleme. Der Rat der „Immobilienweisen“ hält politische Maßnahmen wie den „Bau-Turbo“ für unzureichend.

Die Immobilienwirtschaft fordert echte Strukturreformen. Kritikpunkt Nummer eins: überbordende Bürokratie und hohe regulatorische Hürden. Sie verteuern und verzögern Bauprojekte.

Solange sich die Rahmenbedingungen nicht grundlegend verbessern, bleibt eine Entspannung unwahrscheinlich. Vor allem in wachsenden Metropolen wie Köln.

„Was bedeutet das für Mieter?“

Die Aussichten sind wenig ermutigend. Analysten gehen von weiter steigenden Mieten aus. Die hohe Nachfrage hält den Druck auf dem Markt aufrecht.

Experten erwarten, dass die Angebotsmieten auch im weiteren Verlauf des Jahres bundesweit anziehen werden. Hotspots wie Köln dürften die Entwicklung anführen.

Ohne massive Ausweitung der Bautätigkeit und vereinfachte Rahmenbedingungen vergrößert sich die Kluft zwischen Wunsch und Realität weiter. Bezahlbarer Wohnraum wird für viele zum entfernten Ziel.

@ boerse-global.de