Miele wÀchst dank starker Nachfrage bei Gewerbekunden
02.03.2026 - 13:56:15 | dpa.deLaut GeschĂ€ftsfĂŒhrer Reinhard Zinkann sorgte besonders die derzeitige Neigung zum Sparen bei den Kunden fĂŒr besonderen Kostendruck im Unternehmen. Umsatztreiber war laut den in GĂŒtersloh vorgestellten Jahreszahlen deshalb nicht der private Bereich, sondern das GeschĂ€ft mit Reinigungs- und WaschgerĂ€ten in der Gastronomie, bei Feuerwehren oder Laboren in der Medizin. Der Gesamtumsatz stieg laut Zinkann im Jahr 2025 um 2,3 Prozent auf 5,16 Milliarden Euro.
Davon entfiel mehr als eine Milliarde Euro auf den Bereich der Gewerbekunden. Auch der Umsatz mit Privatkunden sei gewachsen, sagte Markus Miele. Aber nicht so stark wie im Businessbereich.
Ăber alle Sparten hinweg steigerte Miele im Vorjahresvergleich den GerĂ€teabsatz um 2 Prozent auf 3,6 Millionen StĂŒck. Weltweit ging die Zahl der Mitarbeiter um 2,4 Prozent auf knapp 23.000 zurĂŒck. Zum Gewinn Ă€uĂert sich das Familienunternehmen traditionell nicht.
Miele hatte 2022 mit 5,43 Milliarden Euro das bislang umsatzstĂ€rkste Jahr. Grund war die Corona-Pandemie, in der viele Privathaushalte nutzen, um die Ausstattung zu modernisieren. Das Unternehmen hat seine stĂ€rksten MĂ€rkte verteilt auf drei Kontinenten in Deutschland, den USA, der Schweiz, Australien und den Niederlanden. Mehr als die HĂ€lfte der Mitarbeiter arbeitet fĂŒr Miele im Ausland, produziert wird an 19 Standorten. Im Werk in den USA lief gerade der 10.000 Backofen vom Band.
Problem Zölle
Das Hin und Her um die von US-PrĂ€sident Donald Trump festgelegten Zölle bereitet auch Miele Kopfzerbrechen. Markus Miele: "Wir mĂŒssen mit Mischkalkulationen arbeiten. Und natĂŒrlich gehen die Zölle zulasten der Marge." Bedeutet, fĂŒr Miele bleibt unterm Strich weniger ĂŒbrig. Zum 1. MĂ€rz habe das Unternehmen die Preise angehoben und damit reagiert. Um auf den MĂ€rkten bestehen zu können, könnte das Unternehmen die Zölle aber nicht 1:1 an die Kunden weitergeben.
Ausblick
Beim Ausblick auf das laufende Jahr geht Markus Miele von weiterhin volatilen, also wegen der Schwankungen schwer zu kalkulierenden MĂ€rkten aus. "Wir rechnen mit einer moderat positiven Umsatzentwicklung, allerdings weiterhin unter hohem Wettbewerbsdruck", so Miele.
Zum aktuellen Kriegsgeschehen im Nahen Osten Ă€uĂerten sich die GeschĂ€ftsfĂŒhrer ebenfalls. Wegen der bestehenden Handelssanktionen mit Iran habe Miele zuletzt eh kein operatives GeschĂ€ft mit dem Land gefĂŒhrt. Ein Importeur beziehe allerdings Ersatzteile zum Beispiel fĂŒr Medizintechnik von Miele.
Ob und wie jetzt Lieferketten durch den Krieg gestört seien oder noch werden, werde derzeit genau beobachtet. Zinkann gab sich aber gelassen. Bei dem Thema habe das Unternehmen in den vergangenen Jahren viele Erfahrungen gesammelt.
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