Umstrukturierung, Deutschland

EU-Auflage: Uniper verkauft FernwÀrmegeschÀft an Iqony

04.08.2025 - 15:13:42

Konzentration auf dem FernwĂ€rmemarkt: Der verstaatlichte Energiekonzern Uniper DE000UNSE018 verkauft sein FernwĂ€rmegeschĂ€ft an den Steag Iqony-Konzern, der schon jetzt zu den grĂ¶ĂŸten Anbietern bundesweit zĂ€hlt.

Wie die Firmen gemeinsam mitteilten, wurde der Kaufvertrag unterzeichnet.

Beide Unternehmen betreiben FernwĂ€rmenetze im Ruhrgebiet: Das Netz von Iqony FernwĂ€rme hat dort eine LĂ€nge von rund 740 Kilometern, das Uniper-Netz von rund 750 Kilometern. Nach der Übernahme wird Iqony im Ruhrgebiet WĂ€rme liefern, die rein rechnerisch fĂŒr 435.000 Haushalte reicht.

Über den Kaufpreis wurde nichts bekannt. Behördliche Genehmigungen stehen noch aus. Nach dpa-Informationen rechnen die Unternehmen mit einem Abschluss noch im vierten Quartal.

Uniper erfĂŒllt damit weitere EU-Auflage

Uniper kommt mit dem Verkauf einer beihilferechtlichen Auflage der EU-Kommission nach. Uniper war als grĂ¶ĂŸter deutscher Gas-GroßhĂ€ndler 2022 in Schieflage geraten, weil Russland nach dem Angriff auf die Ukraine seine Gaslieferungen erst verringerte und dann einstellte. Die Ersatzbeschaffungen kosteten Milliarden. Deutschland rettete das Unternehmen mit Milliarden-Beihilfen und wurde mit ĂŒber 99 Prozent MehrheitseigentĂŒmerin.

Die Beihilfe-Genehmigung war an eine Reihe von Auflagen geknĂŒpft, unter anderem den Verkauf zahlreicher Beteiligungen bis Ende 2026. Verkauft werden muss unter anderem noch das Steinkohlekraftwerk Datteln 4. Der Verkaufsprozess lĂ€uft.

Alle gut 130 Uniper-BeschĂ€ftigten werden ĂŒbernommen

"Wir sind froh, mit der Steag Iqony Group einen KĂ€ufer gefunden zu haben, der den eingeschlagenen Weg fortfĂŒhren und ein zuverlĂ€ssiger Arbeitgeber fĂŒr die gut 130 Kolleginnen und Kollegen sein wird", erklĂ€rte die GeschĂ€ftsfĂŒhrerin von Uniper WĂ€rme, Nikola US6541101050 Feldmann, laut einer Mitteilung. Iqony FernwĂ€rme beschĂ€ftigte Ende 2023 rund 160 Menschen.

"Heute ist ein guter Tag fĂŒr die WĂ€rmewende in Deutschlands grĂ¶ĂŸter Metropolregion", erklĂ€rte der Chef der Steag Iqony Group, Andreas Reichel, der dort auch Arbeitsdirektor ist, laut Mitteilung. "Denn als einer der grĂ¶ĂŸten Anbieter von klimafreundlicher FernwĂ€rme können wir damit Netze im Ruhrgebiet effizient zusammenfĂŒhren und damit auch die Dekarbonisierung weiter vorantreiben."

Auch in anderen Regionen Deutschlands ist Steag Iqony mit anderen Tochtergesellschaften im FernwÀrmegeschÀft tÀtig, etwa im Saarland, in Hessen und in Ostdeutschland. Steag Iqony gehört der spanischen Investmentgesellschaft Asterion.

@ dpa.de | DE000UNSE018 UMSTRUKTURIERUNG