Ergebnisse, Produktion/Absatz

KORREKTUR / ROUNDUP: Vossloh schlÀgt Erwartungen im TagesgeschÀft

24.07.2025 - 13:57:26

(korrigiert wird im zweiten Absatz die Kursentwicklung.

Das Rekordhoch wurde 2011 rpt 2011 erreicht)

WERDOHL (dpa-AFX) - Der Schienen- und Verkehrstechnik-Konzern Vossloh DE0007667107 hat im zweiten Quartal sein operatives Ergebnis stĂ€rker gesteigert als erwartet. Der Vorstand gibt sich zudem trotz eines Auftragsminus zuversichtlich: "Die anhaltend positive Dynamik im Bahninfrastrukturmarkt, unterstĂŒtzt durch weltweite Investitionsprogramme, lĂ€sst uns mit großer Zuversicht auf die nĂ€chsten Jahre blicken", sagte Konzernchef Oliver Schuster laut Mitteilung am Donnerstag im nordrhein-westfĂ€lischen Werdohl. Er bestĂ€tigte die Prognose fĂŒr das laufende Jahr. Die Aktie legte zu.

Am Vormittag kletterte der Kurs der Aktie fast drei Prozent auf 88 Euro und war damit wie zuletzt oft einer der stĂ€rksten Titel im SDax DE0009653386. Das Papier nĂ€hert sich damit wieder dem vor einigen Tagen erreichten mehrjĂ€hrigen Hoch bei fast 90 Euro und das Rekordhoch aus dem Jahr 2011 bei fast 100 Euro rĂŒckt auch in Schlagdistanz. Seit Jahresbeginn hat sich der Börsenwert des Unternehmens vorwiegend wegen der Hoffnung auf viele AuftrĂ€ge zur Erneuerung der Bahn-Infrastruktur auf 1,7 Milliarden Euro verdoppelt.

Der Auftragseingang von Vossloh ging in den drei Monaten bis Ende Juni um fast ein Drittel gegenĂŒber dem besonders hohen Vorjahreswert auf rund 285 Millionen Euro zurĂŒck. Der Umsatz stieg derweil um 13,5 Prozent auf fast 332 Millionen Euro. Das operative Ergebnis stieg sogar noch etwas stĂ€rker - vor Zinsen und Steuern (Ebit) blieben mit knapp 38 Millionen Euro knapp 19 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Die Ergebnisse fielen damit besser aus, als von der Nachrichtenagentur Bloomberg befragte Analysten erwartet hatten. Das auf die AktionĂ€re entfallene Ergebnis wiederum ging um 12 Prozent zurĂŒck auf gut 24 Millionen Euro, was nicht zuletzt an Steuerzahlungen lag.

Das zweite Quartal sei besser gewesen als erwartet, aber immer noch eher schwach, was jedoch fĂŒr ein projektgetriebenes GeschĂ€ft wie das von Vossloh nicht ungewöhnlich sei, merkte Metzler-Analyst Stephan Bauer an. Seiner Meinung nach bietet das Auftragsbuch von Vossloh ein hohes Maß an Planungssicherheit, auch wenn das Erreichen der Jahresziele auf den ersten Blick ehrgeizig erscheinen möge.

Auf die "solide VisibilitÀt des Auftragsbuchs" verwies auch Jefferies-Analyst Fabian Piast. Er geht von einem Schlussspurt zum Jahresende aus, insbesondere mit Blick auf die Nachfrage aus China. Der Auftragsbestand belief sich Vossloh zufolge per Ende Juni auf fast 866 Millionen Euro, nachdem er Ende 2024 bei rund 906 Millionen Euro lag.

Im Gesamtjahr will der Konzern zwischen 1,25 und 1,325 Milliarden Euro erlösen, nach 1,21 Milliarden Euro im Jahr 2024. Das operative Ergebnis soll 2025 ebenfalls zulegen und zwar von gut 105 Millionen Euro vergangenes Jahr auf nun 110 bis 120 Millionen Euro.

Allerdings steht dabei der Beitrag von Sateba noch aus. Vossloh hatte den französischen Betonschwellenspezialisten gekauft und rechnet pro Monat durchschnittlich mit einem Umsatzbeitrag von 30 Millionen Euro sowie einem operativen Gewinn von 4 Millionen Euro. Allerdings wird der Zukauf das operative Ergebnis von Vossloh zunÀchst auch belasten und der Abschluss der Transaktion steht noch aus.

Der Vollzugsprozess der Transaktion befinde sich in der finalen Phase und der Abschluss werde in den kommenden Monaten erwartet, hieß es im Halbjahresbericht. Jefferies-Experte Fabian Piasta erwartet ihn Ende des Sommers. Vossloh will dann die Jahresprognose konkretisieren.

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