Krafttraining bei Erkältung: Experten warnen vor gefährlichem Ehrgeiz
30.01.2026 - 18:40:12Mit einer Erkältung ins Fitnessstudio zu gehen, kann gefährlich werden. Sportmediziner raten eindringlich von intensivem Training während eines Infekts ab. Die Risiken reichen von einer verschleppten Erkältung bis hin zu einer lebensbedrohlichen Herzmuskelentzündung.
Die einfache Faustregel: Der „Neck-Check“
Entscheidend ist, wo die Symptome auftreten. Bei leichten Beschwerden oberhalb des Halses – wie einer laufenden Nase oder leichtem Niesen – ist ein sehr leichtes Training manchmal vertretbar.
Sobald jedoch Symptome unterhalb des Halses auftreten, ist strikte Pause angesagt. Dazu zählen:
* Husten und starke Halsschmerzen
* Glieder- und Muskelschmerzen
* Fieber (ab 38 Grad Celsius)
Sport bei Fieber ist absolut tabu. Die Viren können sonst auf das Herz übergreifen und eine Myokarditis auslösen. Auch starker Husten birgt die Gefahr, sich zu einer Bronchitis oder Lungenentzündung zu entwickeln.
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Warum Training den Infekt verschlimmert
Das Immunsystem kämpft während einer Erkältung auf Hochtouren. Intensives Krafttraining setzt den Körper zusätzlichem Stress aus und kann die Abwehr überfordern. Das verlängert nicht nur die Krankheit, sondern öffnet Tür und Tor für weitere Erreger.
Experten warnen vor zwei spezifischen Risiken:
1. Das „Open-Window-Phänomen“: Direkt nach der Belastung sind die Schleimhäute geschwächt – Erreger haben leichtes Spiel.
2. Superinfektion: Bakterien können sich auf die vorgeschädigten Schleimhäute setzen und den Verlauf massiv verschlimmern, oft ist dann eine Antibiotika-Therapie nötig.
Der Mythos, man könne eine Erkältung „ausschwitzen“, ist also nicht nur falsch, sondern gefährlich.
So gelingt der sichere Wiedereinstieg
Nach der Krankheit ist Geduld gefragt. Die Dauer der Pause hängt von der Schwere des Infekts ab:
* Nach einer leichten Erkältung ohne Fieber: Mindestens 2-3 symptomfreie Tage abwarten.
* Nach einem fieberhaften Infekt: Bis zu zwei Wochen pausieren.
Der Neustart sollte behutsam erfolgen. Reduzieren Sie in der ersten Woche Trainingsvolumen und Intensität um mindestens 50 Prozent. Ein leichtes Ganzkörpertraining ist jetzt besser als ein intensives Split-Programm. Hören Sie auf Ihren Körper: Ein erhöhter Ruhepuls oder schnelle Erschöpfung sind klare Stopp-Signale.
Langfristig klug trainieren und vorbeugen
Regelmäßiges, moderates Training stärkt das Immunsystem langfristig. Die Balance ist jedoch entscheidend. Übertriebener Ehrgeiz während eines Infekts kehrt den positiven Effekt ins Gegenteil um.
Um Ausfälle von vornherein zu minimieren, setzen Sie auf Prävention:
* Ausreichend Schlaf und Stressmanagement
* Vitaminreiche Ernährung und viel Flüssigkeit
* Nach dem Training: nasse Kleidung wechseln und Energiespeicher auffüllen
Die kurzfristigen Rückschritte durch eine Trainingspause sind immer geringer als das Risiko langfristiger Gesundheitsschäden. Dank des „Muscle-Memory-Effekts“ kehrt die alte Form nach einer vernünftigen Erholungsphase ohnehin schnell zurück. Im Zweifel gilt: Lieber einen Tag länger pausieren und den Arzt konsultieren.


