Kupfer, Energie-Schock

Kupfer: Energie-Schock und Zoll-Sorgen

22.03.2026 - 06:42:41 | boerse-global.de

Der Kupferpreis fällt auf ein Dreimonatstief. Hohe Energiekosten, ein starker Dollar und Rekordlagerbestände drücken die Nachfrage und belasten die Industrie.

Kupfer: Energie-Schock und Zoll-Sorgen - Foto: über boerse-global.de
Kupfer: Energie-Schock und Zoll-Sorgen - Foto: über boerse-global.de

Der Kupferpreis markierte zuletzt ein Drei-Monats-Tief und verbuchte den steilsten Wochenverlust seit einem Jahr. Ein Mix aus eskalierenden Energiepreisen, einem starken US-Dollar und prall gefüllten Lagern setzt das Industriemetall erheblich unter Druck.

Geopolitik treibt Energiekosten

Geopolitische Unruhen im Persischen Golf haben die Preise für Öl und Erdgas sprunghaft ansteigen lassen. Diese Entwicklung schürt Ängste vor einer globalen Inflation, die das Wirtschaftswachstum und damit den Kupferhunger der Industrie bremsen könnte. Zusätzlich sorgt die restriktive Zinspolitik der US-Notenbank für einen starken Greenback. Da Kupfer international in Dollar gehandelt wird, verteuert dies den Rohstoff für Käufer außerhalb des US-Währungsraums und dämpft die weltweite Nachfrage.

Lagerbestände auf Rekordniveau

Die Bestände an der London Metal Exchange (LME) kletterten zuletzt auf über 342.350 Tonnen – den höchsten Stand seit etwa sechseinhalb Jahren. Ein wesentlicher Treiber für diese Schwemme ist die Sorge vor künftigen Handelsbarrieren. Marktbeobachter werten die massiven Einlagerungen in den USA als Schutzmaßnahme gegen drohende Importzölle auf raffiniertes Kupfer. Goldman Sachs prognostiziert für Mitte 2026 Zollsätze in Höhe von 15 Prozent, worauf Marktteilnehmer bereits jetzt mit einer vorsichtigen Haltung reagieren.

Folgen für die Industrie

Die sogenannte „Greenflation“ hinterlässt deutliche Spuren in der Realwirtschaft. Chinesische Hütten haben ihre Produktion im laufenden Jahr bereits um mehr als zehn Prozent gekürzt. Hohe Rohstoffkosten und unsichere Lieferketten verzögern zudem wichtige Infrastrukturprojekte wie Windparks und belasten die Rentabilität der Elektromobilität. Während Bergbaukonzerne langfristig in neue Kapazitäten in Chile investieren, um den Bedarf von KI-Rechenzentren zu decken, bleibt die kurzfristige Lage angespannt.

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Trotz des jüngsten Kursrückgangs auf 5,30 USD am Freitag bleibt das strukturelle Versorgungsdefizit aufgrund von Minenschließungen in Panama und Indonesien ein Thema. Anleger richten ihren Blick nun auf die US-Zollentscheidungen Mitte 2026, die über die weitere Dynamik am physischen Markt entscheiden werden.

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