AKTIEN IM FOKUS 2: Oracle mit enttÀuschendem Quartal - SAP unbeeindruckt
12.12.2023 - 19:15:50(Kurse aktualisiert)
NEW YORK/FRANKFURT (dpa-AFX) - Ein Kursrutsch bei Oracle US68389X1054 hat die Anleger des Konkurrenten SAP DE0007164600 am Dienstag recht kaltgelassen. Weil der US-Softwareriese Oracle im abgelaufenen zweiten GeschĂ€ftsquartal weniger Umsatz als erwartet erzielt hatte, sackten dessen Aktien im US-Handel zuletzt um knapp 12 Prozent auf 101,69 US-Dollar ab. SAP dagegen holten frĂŒhe Verluste auf und schlossen letztlich mit minus 0,01 Prozent auf 147,32 Euro auf Vortagesniveau.
Oracle konnte die insgesamt recht gute Stimmung im europĂ€ischen Technologiesektor nicht trĂŒben. Im Schlepptau der US-Börse Nasdaq, die am Vorabend in New York den breiten Markt in den Schatten gestellt hatte, legte der europĂ€ische Sektorindex Stoxx Europe 600 Technology EU0009658921 am Dienstag um 0,4 Prozent zu. Er bewegte sich damit weiter auf dem höchsten Niveau seit Anfang 2022.
Im wichtigen CloudgeschĂ€ft mit Software und Rechendiensten, die ĂŒber das Netz bedient werden, verlangsamte sich das Wachstumstempo bei Oracle zum zweiten Mal in Folge. Am Markt hieĂ es aber, dass Oracle in einem Bereich enttĂ€uscht habe, der fĂŒr SAP von eher geringer Bedeutung sei. Daher seien Schlussfolgerungen fĂŒr die GeschĂ€fte der Walldorfer nur bedingt möglich.
Karl Keirstead von der Schweizer Bank UBS betonte, es sei nun schon das zweite Quartal in Folge, in dem Oracle die Wachstumserwartungen im Cloud-GeschĂ€ft nicht erfĂŒllt habe. Das Unternehmen mache erneut die Geschwindigkeit des Ausbaus der Infrastrukturen dafĂŒr verantwortlich, was enttĂ€uschend und schwierig zu verstehen sei. Es stelle sich die Frage, was beim Ausbau der KapazitĂ€ten so lange dauere.
Brent Thill vom Analysehaus Jefferies ergĂ€nzte, er habe nach einem saisonal schwachen Auftaktquartal eigentlich ein deutliches Anziehen der Umsatzentwicklung erwartet, was konsistent gewesen wĂ€re mit den Signalen anderer Branchenunternehmen. Dagegen stehe ein weiteres enttĂ€uschendes Quartal. Auch wenn das Management von Oracle darauf verweise, dass Angebot und Nachfrage derzeit nicht im Gleichgewicht seien und sich gröĂere Deals anbahnten, werfe die Entwicklung mehr Fragen auf, als sie Antworten gebe. Er hĂ€lt deshalb die fĂŒr 2026 gesteckten Ziele fĂŒr risikobehaftet.
WĂ€hrend sich die SAP-Aktien seit Tagen schon auf Rekordniveau bewegen, sieht die Welt fĂŒr die Oracle-Anleger dĂŒrftiger aus. Von der Bestmarke, die im FrĂŒhsommer mit 127,54 Dollar aufgestellt wurde, sind die Papiere nun bereits um gut 20 Prozent entfernt. Kritische Bedeutung hat die 100-Dollar-Marke, an der sich der Oracle-Kurs im Oktober stabilisiert hatte.

