AKTIEN IM FOKUS 2: VW-Papiere nur MittelmaĂ nach Eckdaten - Sektor etwas besser
10.04.2025 - 11:20:57(Kursentwicklung aktualisiert, Kommentar ergÀnzt)
FRANKFURT/PARIS (dpa-AFX) - Die Vorzugsaktien von Volkswagen DE0007664039 haben sich am Donnerstag im sehr stark erholten Marktumfeld nach GeschĂ€ftszahlen allenfalls mittelmĂ€Ăig geschlagen. Im Dax DE0008469008 gewannen sie kurzzeitig zwar fast 10 Prozent, gaben zuletzt aber mehr als die HĂ€lfte ihrer Gewinne ab und notierten mit plus 4,1 Prozent nur noch bei 87,28 Euro.
Der deutsche Leitindex stand derweil nach zunĂ€chst gut 8 Prozent Plus noch 5,7 Prozent höher als am Vortag. Auslöser fĂŒr die MarktstĂ€rke ist die Zoll-Kehrtwende von US-PrĂ€sident Donald Trump. Trump setzte mit Ausnahme von China die weltweiten Zölle zunĂ€chst fĂŒr 90 Tage aus und signalisierte Verhandlungsbereitschaft.
Der Branchenindex Stoxx Europe 600 fĂŒr Autohersteller und Zulieferer EU0009658681 hatte mit einem Rutsch um ĂŒber 13 Prozent besonders unter der vor einer Woche losgetretenen US-Zollflut gelitten und war auf das tiefste Niveau seit November 2020 abgetaucht. Er erholte sich jetzt um 5,5 Prozent und lag damit in der Stoxx-600-Ăbersicht im Mittelfeld. Auf Sieben-Tage-Sicht bleibt er noch 8 Prozent unter Wasser.
"ZurĂŒck zur NormalitĂ€t" sei auch eher nicht der Fall, erklĂ€rte Analyst Christian Henke vom Broker IG. Zwar seien die Zölle fĂŒr die nĂ€chsten 90 Tage erst einmal ausgesetzt, dennoch wĂŒrden Waren aus dem Ausland kĂŒnftig 10 Prozent teurer. "Die Importzölle auf Autos, Aluminium und Stahl liegen unverĂ€ndert bei 25 Prozent", betonte Henke.
Vor allem Autozulieferer wie Forvia FR0000121147 und Valeo FR0000130338 zeigten am Donnerstag relative StÀrke mit AufschlÀgen teils im zweistelligen Prozentbereich. Unter den Herstellern waren Stellantis NL00150001Q9 mit einem Plus von mehr als 8 Prozent, aber auch BMW DE0005190003 und Mercedes-Benz mit einem Zuwachs von jeweils um die 5 Prozent ebenfalls besser als Volkswagen.
JPMorgan-Analyst Jose Asumendi attestierte dem Wolfsburger Autokonzern nach den Eckdaten fĂŒr das erste Quartal einen volatilen Jahresstart. Das operative Ergebnis von 2,8 Milliarden Euro stehe unter dem Eindruck von Sondereffekten in einer GröĂenordnung von 1,1 Milliarden Euro. Die Abweichung zur Markterwartung von 4 Milliarden Euro sei entsprechend hoch, so Asumendi. Alles in allem sei die BestĂ€tigung der Jahresziele ein positives Signal. Asumendi blieb aber bei seiner "Neutral"-EinschĂ€tzung fĂŒr die Papiere.
Experte Michael Punzet von der DZ Bank votiert unverÀndert mit "Halten". Er sieht durch die vorgelegten Quartalszahlen keine nennenswerten Auswirkungen auf den Anlagehintergrund von Volkswagen. Zölle, Transformation und strengere Regulatorik seien weiterhin Belastungsfaktoren.

