ProSiebenSat.1 macht mehr Verlust - Aktie dreht ins Plus
07.03.2024 - 14:58:27(Kursentwicklung aktualisiert)
UNTERFĂHRING (dpa-AFX) - Der Fernsehkonzern ProSiebenSat.1 DE000PSM7770 ist im vergangenen Jahr tiefer in die roten Zahlen gerutscht. Der Verlust betrĂ€gt 134 Millionen Euro, nach einem Minus von 49 Millionen im Vorjahr, wie das Unternehmen am Donnerstag in Unterföhring bei MĂŒnchen mitteilte. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) fiel um 15 Prozent auf 578 Millionen Euro. Die Aktie fiel am Donnerstag zunĂ€chst, berappelte sich dann aber und drehte ins Plus. Zuletzt ging es um ein Prozent nach oben.
Der Verlust unterm Strich ergab sich durch hohe negative Sondereffekte - unter anderem dadurch, dass der Wert des vorhandenen Programmvermögens im vierten Quartal deutlich gemindert wurde. AuĂerdem wurde eine RĂŒckstellung fĂŒr VertrĂ€ge ĂŒber den Erwerb kĂŒnftiger Programme von Hollywood-Studios gebildet. Den AktionĂ€ren will der Vorstand dennoch eine Dividende von 5 Cent je Anteil ausschĂŒtten.
Die Unsicherheit bei den Verbrauchern und Verbraucherinnen und die damit verbundene ZurĂŒckhaltung der Werbeindustrie hĂ€tten vor allem das erste Halbjahr 2023 geprĂ€gt, erklĂ€rte ProSiebenSat.1. Im Schlussquartal seien die UmsĂ€tze gestiegen. Im Gesamtjahr sank der Konzernumsatz jedoch um 7 Prozent auf 3,85 Milliarden Euro.
Neben rĂŒcklĂ€ufigen TV-Werbeerlösen trugen auch der Verkauf des US-ProduktionsgeschĂ€fts der Red Arrow Studios und der UmsatzrĂŒckgang bei den Datingplattformen der Parship-Gruppe dazu bei. Gewachsen seien die UmsĂ€tze im digitalen WerbegeschĂ€ft, das auch die Streaming-Plattform Joyn umfasst, und das GeschĂ€ft der Vergleichsplattform Verivox und der Online-ParfĂŒmerie Flaconi.
Die vor einem Jahr vorgestellte Strategie mit Joyn im Zentrum zahle sich nun aus. Das zeige die positive Entwicklung, vor allem im vierten Quartal, sagte Vorstandschef Bert Habets. Mit 6,3 Millionen monatlichen Nutzern im Schlussquartal habe Joyn einen Rekord markiert. Ziel sei es, die Nutzung mit zweistelligen Wachstumsraten pro Jahr zu steigern. Dabei setzt ProSiebenSat.1 auf ein kostenfreies Angebot und mehr lokale und Live-Inhalte, zulasten von Filmen und Serien aus Hollywood.
FĂŒr das laufende Jahr erwartet er ein leichtes Umsatzwachstum und ein bereinigtes Ebitda auf gleichem Niveau wie im vergangenen Jahr. Finanzvorstand Martin Mildner sagte: "Nach einem erfolgreichen Jahresendspurt sind wir gut ins neue GeschĂ€ftsjahr gestartet. Wir haben 2023 wichtige Weichen gestellt, um wieder zu wachsen."

