GroĂaktionĂ€r Kretinsky will Metro von Börse nehmen - Quartalszahlen
05.02.2025 - 19:50:02(Kursreaktion nach Handelswiederaufnahme ergÀnzt)
DĂSSELDORF (dpa-AFX) - Der tschechische Investor Daniel Kretinsky strebt den RĂŒckzug des GroĂhandelskonzerns Metro DE000BFB0019 von der Börse an. Den AktionĂ€ren werden im Rahmen eines Delisting-Erwerbsangebots jeweils 5,33 Euro je angedienter Stammaktie und je angedienter Vorzugsaktie angeboten, teilte der Konzern am Mittwochabend ĂŒberraschend nach Börsenschluss in DĂŒsseldorf mit. Bislang hĂ€lt Kretinsky 49,99 Prozent der Metro-Anteile. Die beiden anderen GroĂaktionĂ€re, Meridian und Beisheim, wollen ihre Anteile den Angaben zufolge nicht abtreten.
In Reaktion auf die Neuigkeiten wurden die Metro-Papiere zunÀchst vom Handel ausgesetzt. Nach der Wiederaufnahme sprangen die Stammaktien um knapp ein Drittel nach oben. Die Vorzugstitel legten um fast drei Prozent zu. Diese notierten zuletzt allerdings auch deutlich höher.
Der Metro-Vorstand unterstĂŒtze das Delisting, hieĂ es. Er will das Angebot prĂŒfen und anschlieĂend eine Stellungnahme abgeben. Der gebotene Preis stelle eine "signifikante PrĂ€mie" auf den aktuellen sowie den ĂŒber die vergangenen Monate gewichteten Börsenkurs dar, teilten die Gremien aber schon jetzt mit. Gleichzeitig reflektiere der Preis aber nach Ansicht von Vorstand und Aufsichtsrat das langfristige Wachstumspotenzial von Metro nicht vollstĂ€ndig.
Die Genehmigung durch die Bundesanstalt fĂŒr Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) vorausgesetzt, wird voraussichtlich im MĂ€rz die Angebotsunterlage veröffentlicht. Dann soll auch die Annahmefrist fĂŒr das Delisting-Angebot beginnen. Der Plan sieht weiter vor, dass die FĂŒhrungsgremien im Amt bleiben. FĂŒr die Dauer von 18 Monaten soll zudem auf einen Beherrschungsvertrag durch das Investor-Vehikel von Kretinsky verzichtet werden.
Ebenfalls am Mittwochabend legten die DĂŒsseldorfer Zahlen fĂŒr das erste GeschĂ€ftsquartal vor. Demnach beschleunigte sich das Wachstum. In den drei Monaten Oktober bis Dezember legte der Umsatz im Jahresvergleich um 5,6 Prozent auf 8,6 Milliarden Euro zu. Ohne Wechselkurseffekte sowie Zu- und VerkĂ€ufe von Unternehmensteilen kletterte der Erlös im Weihnachtsquartal um 7,1 Prozent. Das war ein stĂ€rkeres Plus als im Vorjahreszeitraum und auch als im Vorquartal. Alle Segmente und VertriebskanĂ€le hĂ€tten zum Wachstum beigetragen, hieĂ es von dem SDax DE0009653386-Konzern. Das um Sonderposten bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen legte von 407 auf 412 Millionen Euro zu.
"Unser Ziel ist es, diese Dynamik auch im weiteren Jahresverlauf fortzusetzen und zugleich ein verstĂ€rktes Augenmerk auf ProduktivitĂ€t und ProfitabilitĂ€t zu legen", sagte Metro-Chef Steffen Greubel. Die Prognose fĂŒr das GeschĂ€ftsjahr 2024/25 (Ende September) bestĂ€tigte der Manager. Metro will den Umsatz aus eigener Kraft um 3 bis 7 Prozent steigern. Das bereinigte operative Ergebnis soll leicht zulegen.

