UPS rechnet 2025 mit UmsatzrĂŒckgang - Anleger geschockt
30.01.2025 - 15:43:05(Kursteil aktualisiert, Analystenstimme ergÀnzt, weitere Details)
ATLANTA (dpa-AFX) - ZurĂŒckgehende Paketmengen sorgen beim US-Paketdienst UPS US9113121068 fĂŒr eine ZĂ€sur. Der gröĂte Kunde werde die zu transportierenden Mengen bis Mitte 2026 um mehr als die HĂ€lfte reduzieren, wie United Parcel Service (UPS) am Donnerstag in Atlanta mitteilte. Dem Vernehmen nach handelt es sich dabei um den Online-Riesen Amazon US0231351067. Vor diesem Hintergrund strafft UPS seine Infrastruktur im Heimatmarkt und will zunehmend sparen. Nach einer Stagnation im vergangenen Jahr dĂŒrfte der Umsatz 2025 allerdings zurĂŒckgehen. Diese Neuigkeiten schockten am Donnerstag die Anleger, sie hatten mit einer Trendwende gerechnet.
Die UPS-Aktie fiel im frĂŒhen US-Handel um 15 Prozent und zog dabei auch die Konkurrenzwerte Fedex US31428X1063 und DHL DE0005552004 abwĂ€rts. Die Logistikbranche leidet seit geraumer Zeit unter rĂŒcklĂ€ufigen Paketmengen. Wegen der in vielen LĂ€ndern schwĂ€chelnden Konjunktur und dem damit einhergehenden schleppenden Welthandel versenden die Kunden der Konzerne deutlich weniger Waren.
Hinzu kommt, dass allen voran Amazon seit geraumer Zeit ein eigenes Versandnetzwerk aufbaut. Zudem gehen chinesische Online-Shops wie Temu und Shein angesichts der riesigen Mengen, die sie rund um den Globus versenden, in harte Preisverhandlungen mit den Logistikern.
Die schwierigen Zeiten bei den Versanddienstleistern spiegeln sich auch in den Kursentwicklungen ihrer Aktien wider. UPS-Papiere haben die vergangenen drei Jahre in Folge jeweils Verluste eingefahren. Und auch beim Dax DE0008469008-Konzern DHL sieht es nicht viel besser aus: Zwar stand zumindest im Jahr 2023 ein Plus, per Saldo ist das Papier aber seit Anfang 2022 um ein Drittel billiger geworden.
UPS hat bereits versucht, der Verlangsamung des Versandvolumens durch Kostensenkungen entgegenzuwirken. Tausende Stellen wurden gestrichen, einige Standorte geschlossen und weitere umgebaut, auch um Platz fĂŒr Automationstechnik zu schaffen. Dies wurde auch vor dem Hintergrund krĂ€ftig gestiegener Löhne nötig.
Der Konzern hatte 2023 einen kostspieligen Tarifvertrag mit der US-Transportarbeiter-Gewerkschaft Teamsters abgeschlossen. Die der Einigung vorgelagerten harten Verhandlungen hatten UPS zudem Kunden gekostet, die angesichts von Streiks zur Konkurrenz gewechselt waren.
Diese Kundschaft versucht UPS zurĂŒckzuholen, auch durch ein gröĂeres Angebot. So soll bis 2026 etwa ein Umsatz von 20 Milliarden Dollar durch Kunden aus der Gesundheitsbranche erzielt werden. Dort winken zudem attraktive Margen. Momentan nutzen viele Kunden allerdings vermehrt die Standard-Versandangebote anstatt der Premium-Versionen.
UPS will nun eine mehrjĂ€hrige "Effizienzinitiative" starten. Unter anderem durch die Nutzung einer geringeren Zahl von GebĂ€uden, Fahr- und Flugzeugen werden konzernweit Einsparungen in Höhe von etwa einer Milliarde US-Dollar angestrebt. So sollen sich operative Marge, BarmittelzuflĂŒsse sowie die Kapitalrendite verbessern.
ZunĂ€chst einmal aber muss UPS den schwierigen UmstĂ€nden ins Auge blicken. Dass Amazon seine bislang ĂŒber das UPS-Netzwerk transportierten Mengen jetzt krĂ€ftig zurĂŒckfahren will, dĂŒrfte den Konzernumsatz in den kommenden zwei Jahren um 5 bis 6 Milliarden Dollar drĂŒcken, meint UBS-Analyst Thomas Wadewitz. Seine SchĂ€tzungen decken sich weitestgehend mit den Prognosen von UPS, wenngleich der US-Konzern den GroĂkunden nicht namentlich benannte.
FĂŒr 2025 erwartet das UPS-Management um Chefin Carol TomĂ© einen UmsatzrĂŒckgang auf 89 Milliarden Dollar. Von Bloomberg befragte Analysten hatten hingegen eine Steigerung auf 94 Milliarden Dollar erwartet. Die ProfitabilitĂ€t von UPS soll sich derweil etwas verbessern und 10,8 Prozent erreichen.
Vergangenes Jahr erreichte UPS mit 91,1 Milliarden Dollar sein Ziel eines stabilen Umsatzes. Die bereinigte operative Marge fiel mit 9,8 Prozent etwas besser aus als vom Management prognostiziert.

