AKTIE IM FOKUS 2: Thyssenkrupp setzen Rally fort - Marine- und Aufzugs-Fantasie
Veröffentlicht am: 25.02.2025 um 12:00 Uhr | dpa.de(Kursverlauf aktualisiert, Analystenkommentar ergÀnzt)
FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Positive Analystenkommentare und ein Podcast haben die Fantasie fĂŒr versteckte Werte beim Industriekonzern Thyssenkrupp DE0007500001 am Dienstag krĂ€ftig genĂ€hrt. Die Papiere des Stahl- und Industriekonzerns gewannen am Vormittag fast 15 Prozent auf 7,26 Euro. Im laufenden Jahr erholten sie sich damit inzwischen um 85 Prozent auf das höchste Niveau seit Oktober 2023.
Barmittel, Kurstreiber, Optionen - all dies habe der Stahl- und Industriekonzern praktisch im Ăberfluss, schrieb Citigroup-Analyst Ephrem Ravi. Entscheidend fĂŒr den Erfolg sei alleine die Umsetzung. Die Abspaltung der Marinesparte und die weitere Reduzierung des StahlgeschĂ€fts könnten enormen Wert schöpfen. Alleine der Marinebereich könnte die aktuelle Marktkapitalisierung des gesamten Konzerns abdecken.
Und dass dieses Bewertungspotenzial womöglich bald geschöpft wird, untermauerte ein Podcast. "Wir wollen den Börsengang noch im Kalenderjahr 2025 vollziehen. DafĂŒr bereiten wir auch eine auĂerordentliche Hauptversammlung vor", sagte Thyssenkrupp-Vorstandschef Miguel LĂłpez in dem Podcast "Am Abgrund - Die Thyssenkrupp-Story" der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" (WAZ). Die Marine-Aktien sollen an die Thyssenkrupp-AktionĂ€re ausgegeben werden, wobei der Konzern allerdings die Mehrheit behalten will. Die AuftragsbĂŒcher der Sparte seien voll, erklĂ€rte LĂłpez.
Citi-Experte Ravi stockte sein Kursziel deutlich auf 8,50 Euro auf. Damit signalisiert er auch nach dem zweistelligen Tagesplus noch immenses Potenzial.
Mit Jason Fairclough von der Bank of America meldete sich derweil ein weiterer "Bulle" wieder zu Wort. Er hatte das MarinegeschĂ€ft vor einer Woche erst als verborgene RĂŒstungssparte gelobt und seinen Kommentar mit dem bekannten Schlagwort "Zeitenwende" betitelt.
Nun legte er unter "Zeitenwende Teil II" nach - diesmal jedoch mit Blick auf die noch bestehende Beteiligung an der ehemaligen Aufzugsparte. Die heutige TK Elevator (TKE) war vor Jahren von Finanzinvestoren gekauft worden. In den Thyssenkrupp-BĂŒchern stehe die Beteiligung mit einem Buchwert von rund einer Milliarde Euro, so Fairclough.
Der Experte verwies in diesem Zusammenhang auf die aktuelle AnkĂŒndigung der GrĂŒndung eines Gemeinschaftsunternehmens von TKE und Alat, einem Unternehmen des saudi-arabischen Public Investment Fund (PIF). In diesem Zusammenhang könne sich noch mehr am Beteiligungsgeflecht tun. Und damit könne sich der Buchwert von TKE in der Thyssenkrupp-Bilanz als viel zu niedrig erweisen, resĂŒmiert der Experte. Er hob sein Kursziel auf 9 Euro.
