Labortest, Stress

Labortest misst Stress über das Immunsystem

26.01.2026 - 23:58:12

Ein innovativer Bluttest misst objektive Biomarker für chronischen Stress und könnte Prävention sowie betriebliches Gesundheitsmanagement grundlegend verändern.

Ein neuer Bluttest erkennt chronischen Stress, bevor er krank macht. Die Methode analysiert das Immunsystem und liefert objektive Daten statt subjektiver Einschätzungen. Sie könnte Prävention und betriebliches Gesundheitsmanagement revolutionieren.

Wie Stress den Körper verändert

Chronischer Stress versetzt den Körper in Dauer-Alarm. Das aktiviert die sogenannte Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse (HPA-Achse) und lässt den Cortisolspiegel steigen. Während kurzfristiger Stress überlebenswichtig ist, schadet die dauerhafte Aktivierung: Sie kann Immunzellen schwächen und stille Entzündungen fördern. Diese “silent inflammation” gilt als Treiber für viele chronische Krankheiten.

Diese Blutwerte verraten Stress

  • Stresshormone: Ein Tagesprofil von Cortisol, oft aus Speichel, zeigt die Funktion der HPA-Achse. Auch das Verhältnis zu seinem Gegenspieler DHEA-S ist entscheidend.
  • Entzündungsmarker: Erhöhte Werte von Interleukin-6 (IL-6), TNF-alpha oder CRP deuten auf stressbedingte Entzündungsprozesse hin.
  • Immunzellen: Die Analyse der weißen Blutkörperchen gibt Aufschluss. Chronischer Stress stört oft das Gleichgewicht zwischen T-Helferzellen (CD4+) und T-Suppressorzellen (CD8+) und dämpft die Aktivität der wichtigen Natürlichen Killerzellen (NK-Zellen).

Früherkennung für Hochbelastete

Der Test richtet sich an Menschen mit hoher beruflicher oder privater Belastung, unklarer Erschöpfung oder Schlafstörungen. Sein großer Vorteil: die Objektivität. Während Fragebögen die subjektive Wahrnehmung abfragen, liefert das Blut handfeste biologische Daten. Das kann Betroffene bestätigen und die Motivation für Lebensstiländerungen steigern. Im Betrieblichen Gesundheitsmanagement hilft die Methode, Risikogruppen früh zu identifizieren – lange bevor es zu Ausfällen kommt.

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Ein Paradigmenwechsel mit Grenzen

Die Methode markiert einen Wendepunkt. Sie behandelt Stress nicht länger als rein psychologisches Phänomen, sondern als messbaren physiologischen Zustand. Dieser Ansatz der Psychoneuroimmunologie (PNI) verbindet Psychologie, Neurologie und Immunologie. Doch die Interpretation der Werte ist komplex und muss stets im Kontext der individuellen Lebenssituation erfolgen. Ein abweichender Wert ist kein Urteil, sondern ein Puzzleteil im Gesamtbild.

Wohin entwickelt sich die Stress-Diagnostik?

Die Forschung arbeitet an noch spezifischeren Biomarkern. Künftig könnten Algorithmen mit Künstlicher Intelligenz komplexe Muster in den Daten erkennen. Experten erwarten, dass solche Tests fester Teil von Vorsorgeuntersuchungen werden. Das Ziel: Noch früher gegensteuern und personalisierte Präventionsstrategien ermöglichen.

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