Junge Union pocht auf drastische Rentenreform
12.11.2025 - 17:08:11Das Rentenpaket der schwarz-roten Koalition sei "aus junger Perspektive eine schwere Hypothek", heiĂt es in dem Leitantrag zum Deutschlandtag der Jungen Union, der am Wochenende im badischen Rust stattfinden soll. Das Papier liegt der Deutschen Presse-Agentur vor.
Die Bundesregierung versĂ€ume sehenden Auges dringend notwendige strukturelle Reformen zur Stabilisierung der BeitragssĂ€tze und habe wichtige Entscheidungen in Kommissionen verlagert, kritisiert die JU in dem Antrag. Bis strukturelle Reformen vorlĂ€gen, dĂŒrfe es keine weiteren Beitragserhöhungen in den Sozialversicherungen mehr geben. "Wir fordern fĂŒr diese Legislaturperiode die EinfĂŒhrung eines Beitrags-Moratoriums. BeitrĂ€ge sollen also nicht mehr steigen dĂŒrfen." Die JU fordert in dem Leitantrag zudem einschneidende Strukturreformen bei der Krankenversicherung und der Pflege.
Höheres Eintrittsalter
In dem Leitantrag pocht die JU zudem auf eine Koppelung des Renteneinstiegsalters an die steigende Lebenserwartung. Heute arbeiteten die Menschen im Schnitt 40 Jahre und bezögen dann fĂŒr 20 Jahre Rente. Man mĂŒsse aber zu einem VerhĂ€ltnis zurĂŒckkommen wie in den 70er-Jahren, heiĂt es in dem Antrag. Ab 2031 soll nach Vorstellung der JU bei einem Anstieg der Lebenserwartung um ein Jahr die Regelaltersgrenze um neun Monate steigen. Damit wĂŒrden sich das Renteneinstiegsalter alle zehn Jahre um ein gutes halbes Jahr erhöhen. Gleichzeitig soll es HĂ€rtefallregelungen geben fĂŒr Menschen, die aus gesundheitlichen GrĂŒnden nicht in der Lage sind, bis zum gesetzlichen Renteneintrittsalter zu arbeiten.
Der Chef der Jungen Union, Johannes Winkel, hatte bereits zuvor von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) Taten im Streit um die Rente gefordert. Winkel ist Teil der Jungen Gruppe der Unionsfraktion, die damit droht, die Verabschiedung des Rentenpakets der schwarz-roten Regierung im Parlament zu blockieren. Merz will auf dem Deutschlandtag der JU am kommenden Wochenende sprechen.
Umstrittenes Rentenpaket
Bundesarbeitsministerin BĂ€rbel Bas (SPD) plant die Stabilisierung des Rentenniveaus in Deutschland mit Milliardensummen. Es soll laut Koalitionsvertrag bei 48 Prozent bis 2031 abgesichert werden. Dann wird mit einem Absinken gerechnet - aber nur schrittweise, weshalb die Regierung in ihrem Entwurf mit weiter steigenden Kosten rechnet.

