Lam Research Aktie: Q4-Bericht am 29. Juli erwartet
Veröffentlicht am: 17.07.2026 um 02:34 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Obwohl der Branchenriese TSMC seine Prognose für die Investitionsausgaben (Capex) deutlich auf 60 bis 64 Milliarden USD angehoben hat – nach einer vorherigen Spanne von 52 bis 56 Milliarden USD – konnten die Zulieferer davon zuletzt nicht profitieren. Lam Research verzeichnete in diesem Marktumfeld deutliche Kursrückgänge, die am 16. Juli 2026 in einem Minus von 5,3 Prozent gipfelten. Der Titel notierte zum gestrigen Handelsschluss bei 319,47 USD.
Sektorweite Gewinnmitnahmen belasten Kursverlauf
Die Reaktion des Marktes auf die positiven Signale aus Taiwan war von massiven Gewinnmitnahmen geprägt. Während TSMC Rekordgewinne und ein Umsatzwachstum von über 40 Prozent für das Gesamtjahr 2026 in Aussicht stellte, belasteten Sorgen um die Margen und die globale Preisgestaltung die gesamte Halbleiter-Lieferkette. Neben Lam Research gerieten auch andere Schwergewichte wie Micron, AMD und SK Hynix unter Verkaufsdruck. Die Analysten von Morgan Stanley wiesen in diesem Zusammenhang darauf hin, dass asiatische Speicherchip-Werte im vergangenen Monat bereits Korrekturen zwischen 15 und 25 Prozent durchlaufen hatten.
Trotz der kurzfristigen Kursschwäche bleibt die fundamentale Nachfrage nach Wafer-Fab-Equipment (WFE) hoch. Die Analysten von Needham hoben hervor, dass Marktführer wie Lam Research die Systemarchitektur und die Beziehungen zu den Fabriken kontrollieren, was ihnen eine starke Position im aktuellen KI-Investitionszyklus sichert. Aktuell notiert das Papier jedoch mit einem Abstand von -5,71 Prozent unter dem gleitenden 50-Tage-Durchschnitt von 338,82 USD, was die jüngste technische Eintrübung unterstreicht.
Insiderverkäufe und Analystenschätzungen im Fokus
Zusätzliche Aufmerksamkeit erregten jüngst Meldungen über Veräußerungen aus der Führungsebene des Unternehmens. Director Abhijit Y. Talwalkar trennte sich am 13. Juli im Rahmen eines 10b5-1-Handelsplans von 18.282 Aktien zu einem Preis von 335 USD, was einem Gegenwert von rund 6,12 Millionen USD entspricht. Auch andere hochrangige Manager nutzten das Kursniveau der vergangenen Wochen: CEO Timothy Archer veräußerte Anteile im Wert von 26,76 Millionen USD, während CFO Douglas Bettinger Verkäufe über 26,53 Millionen USD tätigte. Insgesamt summierten sich die Insiderverkäufe innerhalb von 90 Tagen auf über 100.000 Aktien.
An der Wall Street wird die Aktie derzeit mit einem moderaten Kauf-Rating eingestuft. Der Konsens der Analysten sieht ein Kursziel von 358,67 USD. Während einige Marktbeobachter das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von über 60 als ambitioniert bezeichnen, verweisen Optimisten auf die langfristigen Wachstumspotenziale durch die KI-Infrastruktur. Im Vergleich zum 52-Wochen-Tief von 94,65 USD steht der Wert trotz der jüngsten Korrektur immer noch mit 237,52 Prozent im Plus.
Ausblick auf die kommenden Quartalszahlen
Anleger blicken nun gespannt auf den 29. Juli 2026, wenn Lam Research die Ergebnisse für das vierte Quartal vorlegen wird. Im vorangegangenen dritten Quartal konnte das Unternehmen einen Rekord-Gewinn je Aktie (EPS) von 1,47 USD erzielen und damit die Erwartungen von 1,36 USD übertreffen. Der Umsatz lag bei 5,84 Milliarden USD, was einem Wachstum von knapp 24 Prozent im Jahresvergleich entspricht. Besonders stark entwickelte sich die Customer Support Business Group (CSBG) mit einem Umsatzbeitrag von 2,1 Milliarden USD.
Für das vierte Quartal gab das Management eine Umsatzprognose von 6,6 Milliarden USD (plus/minus 400 Millionen USD) aus. Das EPS wird in einer Spanne zwischen 1,50 USD und 1,80 USD erwartet. Angesichts der Prognosen von Omdia, die den gesamten Halbleitermarkt für 2026 bei einem Umsatzvolumen von 1,6 Billionen USD sehen, bleibt die Skalierbarkeit der Produktion der entscheidende Faktor für die kommenden Geschäftsjahre.
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