Landis+Gyr Aktie: Margenrekord trotz Umsatzminus
Veröffentlicht am: 28.07.2026 um 20:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Sinkende Umsätze, aber die höchste Bruttomarge der Firmengeschichte — bei Landis+Gyr klaffen Top- und Bottom-Line im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026 deutlich auseinander. Der Netzwerktechnik-Anbieter für Versorger meldete einen Nettoumsatz von 232,3 Millionen Dollar, ein Rückgang von 6,8 Prozent. Die bereinigte Bruttogewinnmarge kletterte im Gegenzug auf 37,4 Prozent, ein Plus von 280 Basispunkten und Rekordwert. Der Markt reagierte in nachbörslichem Handel mit einem Kurssprung von 4,57 Prozent auf 44,60 Dollar — die Aktie bleibt damit aber weiter deutlich unter ihrem Jahreshoch von 70,80 Dollar.
Zwei Segmente, zwei Geschichten
Der Umsatzrückgang geht fast vollständig auf das Konto von Connected Platforms, dem Hardware-Geschäft mit intelligenten Zählern und Netzkommunikation. Hier brach der Umsatz um 13,9 Prozent auf 161,4 Millionen Dollar ein, laut Management wegen verzögerter Projektauslieferungen bei Versorgungskunden. Die Marge zog in diesem Segment allerdings kräftig an, um 520 Basispunkte auf 34,3 Prozent.
Grid Intelligence, das Software- und Analytics-Geschäft, lieferte dagegen zweistelliges Wachstum: Der Umsatz stieg um 14,8 Prozent auf 70,9 Millionen Dollar, getrieben von Software-as-a-Service-Angeboten. Das Segment macht inzwischen rund 47 Prozent des gesamten Auftragsbestands aus, der insgesamt bei 3,82 Milliarden Dollar liegt. Die Marge sank hier zwar leicht um 120 Basispunkte auf 44,7 Prozent, bleibt aber mit Abstand die profitabelste Sparte im Konzern.
Rückkauf wird beschleunigt
Nach Abschluss des EMEA-Verkaufs zieht Landis+Gyr sein Aktienrückkaufprogramm an. Von den zugesagten 175 Millionen Dollar wurden in den vergangenen neun Monaten bereits rund 74 Millionen Dollar investiert, entsprechend etwa 1,2 Millionen Rückkaufaktien oder 4,2 Prozent des Kapitals. Ab dem 3. August 2026 startet nun für zehn Tage ein Festpreisangebot über bis zu 50 Millionen Schweizer Franken, im Anschluss soll ein tägliches Rückkaufprogramm den Rest der Zusage abarbeiten.
Parallel treibt der Konzern die Vorbereitungen für ein zusätzliches US-Listing voran, die Schweizer Kotierung soll dabei bestehen bleiben. Ein konkreter Zeitplan für den US-Börsengang wurde nicht genannt.
Die Jahresprognose für 2026 bleibt unverändert: Der Vorstand erwartet einen Nettoumsatz zwischen 1,075 und 1,125 Milliarden Dollar bei einer bereinigten EBITDA-Marge von 14,5 bis 15,5 Prozent. Das Management rechnet mit einem schwächeren ersten Halbjahr und einem deutlich stärkeren vierten Quartal, wenn ein größerer kanadischer Versorgerauftrag anläuft.
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