Lang & Schwarz Aktie: Multi-Market-Modell gegen Trade-Republic-Ausfall
Veröffentlicht: 18.07.2026 um 00:56 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Lang & Schwarz verliert seinen wichtigsten Kunden im Market Making. Der Vorstand meldet sich jetzt öffentlich zu Wort und verspricht eine strategische Antwort. Die Aktie notiert bei 15,80 Euro â nur knapp ĂŒber ihrem frisch markierten 52-Wochen-Tief von 14,35 Euro.
Trade Republic zieht sich zurĂŒck
Die neue Handelstechnologie der Trade Republic Bank GmbH trifft Lang & Schwarz hart. Das Unternehmen hatte den Wegfall bereits am 2. Juli 2026 per Ad-hoc-Mitteilung angekĂŒndigt. Am 16. Juli Ă€uĂerte sich der Vorstand nun ausfĂŒhrlicher zur Lage.
Die Botschaft: Das Umfeld verĂ€ndert sich, die Ambition bleibt. Lang & Schwarz stĂŒtzt sein GeschĂ€ft auf zwei SĂ€ulen â Market Making und Strukturierte Produkte. Beide gelten als profitabel.
Besonders betont das Management die UnabhĂ€ngigkeit der Zertifikate-Sparte vom Orderfluss des einstigen GroĂkunden. Im ersten Halbjahr 2026 erzielte der Bereich Strukturierte Produkte ein Handelsergebnis von rund 30 Millionen Euro. Dieser GeschĂ€ftsbereich lĂ€uft komplett getrennt vom Market-Making-GeschĂ€ft.
Multi-Market-Maker-Modell als Antwort
Als Reaktion auf den Orderverlust setzt der Vorstand auf ein neues Handelsmodell. Die Idee: Mehrere namhafte Wertpapierdienstleister stellen gemeinsam LiquiditĂ€t bereit. Ăber das Projekt hatte Lang & Schwarz bereits am 23. MĂ€rz 2026 erstmals informiert.
Das Unternehmen bleibt bei der EinschĂ€tzung vorsichtig. Ziel ist es, neue Marktpotenziale zu erschlieĂen und die Ertragsbasis langfristig zu verbreitern. Die bisherigen Orderströme dĂŒrfte das Modell aber nicht vollstĂ€ndig ersetzen können.
Eine Zahl zu den kĂŒnftigen Auswirkungen auf Umsatz und Ergebnis nennt das Unternehmen nicht. Der Vorstand spricht von fehlender Belastbarkeit einer solchen SchĂ€tzung. Die Umsetzung soll bis Ende 2026 stehen, konkrete Details zum laufenden Abstimmungsprozess mit den Partnern gibt es aber noch nicht.
Das Management verweist zusĂ€tzlich auf die breite Kundenbasis im Market Making. Banken, Broker und institutionelle Marktteilnehmer arbeiten seit Jahren mit Lang & Schwarz zusammen. Als Beleg fĂŒr die Weiterentwicklung nennt der Vorstand die Ăbernahme von Market-Maker-TĂ€tigkeiten am Handelssegment Xetra Retail im vergangenen Jahr. Weitere Anbindungen an bedeutende HandelsplĂ€tze sind geplant.
Charttechnik zeigt starken Ausverkauf
Der Kurs bleibt unter Druck. Binnen 30 Tagen hat die Aktie 42,12 Prozent verloren, seit Jahresbeginn steht ein Minus von 28,19 Prozent zu Buche.
Der RSI von 17,5 signalisiert eine stark ĂŒberverkaufte Situation. Die annualisierte VolatilitĂ€t von 71,45 Prozent zeigt: Der Handel bleibt auĂergewöhnlich unruhig.
Ob das Multi-Market-Maker-Modell die Ertragsbasis tatsĂ€chlich stabilisieren kann, zeigt sich frĂŒhestens gegen Ende des Jahres. Bis dahin bleibt der laufende Abstimmungsprozess mit den Partnern die entscheidende Unbekannte im Kurs.
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