Lang & Schwarz Aktie: Trade Republic verliert Exklusivität
Veröffentlicht: 19.07.2026 um 01:10 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Ein 52-Wochen-Tief, ein RSI von 17,5, dann die Kehrtwende. Lang & Schwarz stemmt sich gegen den Kursverfall – mit einem Strategieplan, der die Abhängigkeit von einem einzigen Partner beenden soll. Der Trigger: Trade Republic schickt Kundenaufträge längst nicht mehr exklusiv an die LS Exchange.
Der Bruch mit dem alten Geschäftsmodell
Trade Republic leitet Orders inzwischen automatisiert über mehr als 30 Handelsplätze. Die LS Exchange ist nur noch einer von vielen. Diese Entkopplung hatte die Aktie schwer getroffen und Mitte Juli auf ein neues Jahrestief gedrückt.
Am 16. Juli 2026 reagierte Lang & Schwarz mit einer offiziellen Stellungnahme. Der Kern: ein Multi-Market-Maker-Modell. Das Unternehmen will die LS Exchange für zusätzliche Liquiditätsgeber öffnen und so die Abhängigkeit von einzelnen Orderflow-Lieferanten spürbar senken.
Die Umsetzung soll bis Ende 2026 stehen. Ein klarer Zeitplan, aber auch ein Eingeständnis: Das alte Modell mit einem dominanten Partner funktioniert nicht mehr.
Strukturierte Produkte laufen gegen den Trend
Während das Market Making unter Druck steht, liefert der zweite Kernbereich starke Zahlen. Im ersten Halbjahr 2026 erzielte Lang & Schwarz im Segment Strukturierte Produkte ein Handelsergebnis von rund 30 Millionen Euro. Im Vorjahr waren es knapp 20 Millionen Euro.
Getragen wurde das Wachstum von einer massiven Ausweitung der Emissionen. Das Unternehmen brachte über 75.000 neue Produkte auf den Markt, nach etwa 45.000 im Vorjahreszeitraum. Der Vorstand betonte, dieser Bereich arbeite unabhängig vom Trade-Republic-Orderflow und solle weiter ausgebaut werden.
Das ist die eigentliche Botschaft hinter dem Umbau: Lang & Schwarz will zwei stabile Standbeine statt eines wackelnden.
Charttechnik und der Blick auf August
Mit 15,80 Euro liegt der Kurs gut zehn Prozent über dem jüngsten Jahrestief von 14,35 Euro. Der RSI von 17,5 signalisiert einen extrem überverkauften Markt – technisch Raum für eine Gegenbewegung. Die kurzfristige Dynamik bleibt trotzdem negativ, das Papier verlor in den vergangenen 30 Tagen mehr als 40 Prozent.
Zwei Termine im August rücken jetzt in den Fokus. Am 21. August veröffentlicht Lang & Schwarz den vollständigen Halbjahresabschluss 2026. Fünf Tage später, am 26. August, findet die Hauptversammlung in Düsseldorf statt.
Dort stimmen die Aktionäre über den Dividendenvorschlag für 2025 ab: 2,00 Euro je Aktie. Bei Zustimmung fiele der Ex-Tag auf den 27. August, die Auszahlung wäre für den 31. August terminiert. Gemessen am aktuellen Kurs entspräche das einer Dividendenrendite von mehr als zwölf Prozent – ein Wert, der angesichts der jüngsten Kursverluste besondere Aufmerksamkeit verdient.
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