ROUNDUPSchufa, Blackbox

ROUNDUP/ Schufa öffnet Blackbox - Neuer Score ab Ende MÀrz einsehbar

02.12.2025 - 12:51:57 | dpa.de

Lange hat die immer wieder als "Blackbox" gescholtene Schufa an mehr Transparenz bei ihren BonitĂ€tsbewertungen getĂŒftelt.

Von Ende MÀrz 2026 an will die Auskunftei vollen Einblick geben: Dann sollen Verbraucherinnen und Verbraucher den neuen, vereinfachten Score kostenfrei einsehen können, der ein wichtiger Baustein bei der Vergabe von Krediten ist.

Da es um sensible Daten geht, ist Voraussetzung, dass man sich einmalig fĂŒr den sogenannten Schufa-Account registriert, wie die Auskunftei mit Sitz in Wiesbaden erlĂ€utert. Interessenten mĂŒssen sich zunĂ€chst in eine Warteliste eintragen (https://www.meineschufa.de/lp/schufa-warteliste) und werden dann der Reihe nach freigeschaltet.

Um die persönlichen Schufa-Daten einsehen zu können, mĂŒssen sich Nutzer dann aus DatenschutzgrĂŒnden identifizieren. Aktuell kann dies mit einem Personalausweis und aktivierter Online-Ausweisfunktion durchgefĂŒhrt werden. In Zukunft soll auch eine Identifizierung per Brief möglich sein.

Berechnung soll einfach nachvollziehbar sein

Das Versprechen der Schufa: Auch Laien können den neuen Score, der Auskunft ĂŒber ihre KreditwĂŒrdigkeit gibt, ohne großen Aufwand nachrechnen. In die Berechnung fließt etwa ein, wie lange man eine Kreditkarte oder ein Girokonto schon nutzt. Außerdem, ob es NegativeintrĂ€ge gibt, weil Rechnungen auch nach mehrmaliger Mahnung nicht bezahlt wurden.

FĂŒr insgesamt zwölf - aus Schufa-Sicht verstĂ€ndliche - Kriterien werden Punkte vergeben, in Summe 100 bis 999. Je höher die Gesamtpunktzahl, umso höher wird die BonitĂ€t des jeweiligen Verbrauchers eingeschĂ€tzt - also die Wahrscheinlichkeit, ob Rechnungen pĂŒnktlich bezahlt und Kredite zuverlĂ€ssig getilgt werden.

Schlechtere BonitÀtsnote kann Kredite teurer machen

Die Berechnungen von Auskunfteien wie der Schufa, Creditreform oder Crif sind beispielsweise fĂŒr Banken, VersandhĂ€ndler, Mobilfunkanbieter und Energielieferanten ein wichtiger Maßstab. Denn sie wollen wissen, wie es um die Zahlungsmoral ihrer Kundschaft bestellt ist, bevor VertrĂ€ge geschlossen und Waren ĂŒbergeben werden.

VerbraucherschĂŒtzer fordern seit langem mehr Transparenz von der Schufa. Die Schufa begrĂŒndete ihre bisherige ZurĂŒckhaltung damit, dass der Score manipuliert werden könnte, wenn das Berechnungsmodell völlig transparent wĂ€re.

"Es kommt laut Verbraucherbeschwerden immer wieder vor, dass negative Bewertungen auf falschen oder zumindest strittigen Daten beruhen", sagt Dorothea Mohn, Leiterin Finanzmarkt beim Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv). Im Jahr 2024 gingen beim vzbv 317 Meldungen zu Problemen mit BonitÀts-Bewertungen ein, in 79 Prozent der FÀlle ging es um die Schufa. Verbraucher gaben an, nicht nachvollziehen zu können, warum sie einen schlechten Score hatten. "Die Bundesregierung sollte Auskunfteien dazu verpflichten, die Richtigkeit von Daten sicherzustellen", fordert Mohn. "Der Aufwand, falsche Daten korrigieren zu lassen, kann sehr hoch sein."

Weiterer Schritt zu mehr Transparenz

Der nun auf den Weg gebrachte Schufa-Account als Zugang zu den persönlichen Daten bei der Auskunftei wird zunĂ€chst ĂŒber eine Web-Anwendung erreichbar sein, welche ĂŒber den Browser auf dem PC, Tablet und Smartphone zur VerfĂŒgung stehen wird. Geplant ist eine Erweiterung um eine Schufa-App, die als Download in den einschlĂ€gigen App-Stores zur VerfĂŒgung gestellt werden soll.

Die Schufa verfĂŒgt nach eigenen Angaben ĂŒber Informationen zu 68 Millionen Menschen in Deutschland - ĂŒberwiegend seien "ausschließlich positive Informationen gespeichert".

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