APA Konjunktur in Ăsterreich weiter schwach
12.05.2025 - 09:06:23Laut WIFO-SchnellschĂ€tzung von Ende April wuchs das österreichische Bruttoinlandsprodukt im I. Quartal 2025 leicht (+0,2%). Ermöglicht wurde dies durch eine Ausweitung der Exporte und anhaltend hohe öffentliche Konsumausgaben. Das Verbrauchervertrauen und die Unternehmensstimmung sind weiterhin getrĂŒbt. Angesichts des erneuten AbwĂ€rtstrends einiger Vorlaufindikatoren und der hohen wirtschaftspolitischen Unsicherheit ist eine neuerliche AbschwĂ€chung der Wirtschaftsdynamik nicht unwahrscheinlich.
"Die hohe Unsicherheit belastet das Verbrauchervertrauen und wird damit auch weiterhin die binnenwirtschaftliche Dynamik bremsen", so der Autor des aktuellen WIFO-Konjunkturberichtes Christian Glocker.
GemÀà der WIFO-SchnellschĂ€tzung von Ende April stieg Ăsterreichs BIP im I. Quartal 2025 um 0,2% gegenĂŒber dem Vorquartal (IV. Quartal 2024 -0,4%). Im Vergleich zum Vorjahresquartal ergab sich jedoch abermals ein RĂŒckgang um Ćž% (saison- und arbeitstagsbereinigt).
WĂ€hrend die Industrie und das Baugewerbe weiter schwĂ€chelten, erholten sich einige Dienstleistungsbereiche etwas. Zulegen konnten insbesondere der Verkehr, das GrundstĂŒcks- und Wohnungswesen und die Erbringung von Finanz- und Versicherungsdienstleistungen, wĂ€hrend Beherbergung und Gastronomie an Wertschöpfung einbĂŒĂten. Nachfrageseitig stagnierten die Konsumausgaben der privaten Haushalte und die Bruttoanlageinvestitionen im I. Quartal 2025 weitgehend, wĂ€hrend der öffentliche Konsum ausgeweitet wurde. Der AuĂenhandel trug leicht positiv zur Expansion der Gesamtwirtschaft bei. Die Exporte legten trotz der gedĂ€mpften Weltkonjunktur deutlich zu und profitierten von Vorzieheffekten aus den USA. Auf der Verteilungsseite stand einem RĂŒckgang der Lohneinkommen ein Anstieg der Kapitaleinkommen gegenĂŒber.
Die Vorlaufindikatoren zeichnen weiterhin ein trĂŒbes Bild. Die Industriekonjunktur dĂŒrfte sich kaum nennenswert verbessern. Der UniCredit Bank Austria EinkaufsManagerIndex gab zuletzt sogar wieder etwas nach. Auch im Baugewerbe blieben die KonjunktureinschĂ€tzungen pessimistisch; im Bereich der Marktdienstleistungen trĂŒbten sie sich zuletzt erneut ein. Das Verbrauchervertrauen sank im April wieder deutlich; der Anstieg des Teilindikators zum Arbeitsplatzverlustrisiko spiegelt die hohe Verunsicherung der Konsument:innen wider.
Die Inflation ist in Ăsterreich nach wie vor höher als im Durchschnitt der letzten 10 Jahre. Der BIP-Deflator stieg im I. Quartal 2025 um 0,7% gegenĂŒber dem Vorquartal und notierte damit um 3,1% ĂŒber dem Niveau des Vorjahresquartals. Alternative InflationsmaĂe zeichnen ein Ă€hnliches Bild. Der VPI lag im MĂ€rz um 2,9% ĂŒber dem Vorjahresniveau; im April betrug der Anstieg laut SchnellschĂ€tzung von Statistik Austria 3,1%. Die Produzentenpreise verteuerten sich im MĂ€rz erstmals wieder spĂŒrbar gegenĂŒber dem Vorjahr, nachdem sie lange Zeit nachgegeben hatten. Der Anstieg verringert die Wahrscheinlichkeit einer nachhaltigen AbschwĂ€chung der Inflation.
Die schwache Konjunktur belastet den Arbeitsmarkt. Die Arbeitslosigkeit stieg zuletzt weiter an, wĂ€hrend die Zahl der offenen Stellen sank. Der Bestand an unselbstĂ€ndig aktiv BeschĂ€ftigten lag im April nach vorlĂ€ufiger SchĂ€tzung um 1.000 ĂŒber dem Vorjahresniveau, nach +2.700 im MĂ€rz. Ende April waren gut 24.000 Personen mehr arbeitslos gemeldet als vor einem Jahr (+8,4%), die Zahl der Schulungsteilnehmer:innen legte um 0,6% zu. Die Arbeitslosenquote (nationale Definition) betrug voraussichtlich 7,3% (+0,5 Prozentpunkte gegenĂŒber dem Vorjahr).
Abbildung 1: EinschÀtzungen zur Entwicklung der Arbeitslosigkeit in den kommenden 12 Monaten - auf der WIFO-Website
Zu den Definitionen siehe " Methodische Hinweise und Kurzglossar ".
RĂŒckfragehinweis: RĂŒckfragen bitte am Montag, dem 12. Mai 2025, zwischen 9 und 11 Uhr, an Mag. Dr. Christian Glocker, MSc, Tel. (1) 798 26 01 - 467, christian.glocker@wifo.ac.at
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