GeschÀfte, Personal

GeschÀfte ohne Personal machen Kunden neugierig

18.02.2025 - 12:07:25

Lebensmittel einkaufen in einem autonomen GeschÀft ohne Mitarbeiter? Zwei Drittel der Menschen in Deutschland macht das neugierig.

Das zeigt das "Consumer Barometer" der Unternehmensberatung KPMG und des Handelsforschungsinstituts EHI. Etwa sieben von zehn Kunden, die regelmĂ€ĂŸig shoppen gehen, können sich demnach vorstellen, solche LĂ€den zu nutzen.

Die Studie stĂŒtzt sich auf eine reprĂ€sentative Befragung unter 1000 Personen ab 18 Jahren. Bei jĂŒngeren Menschen ist die Bereitschaft, die LĂ€den zu nutzen, stĂ€rker ausgeprĂ€gt. Bei Kunden in stĂ€dtischen Gebieten ist sie deutlich höher als in lĂ€ndlichen Regionen. Dabei ist der Bedarf dort groß.

Die Zahl der LebensmittelgeschĂ€fte ist rĂŒcklĂ€ufig, auf dem Land besonders. FĂŒr Bewohner ist das Einkaufen daher oft mit weiten Wegen verbunden. "Autonome Ladenlokale könnten in den kommenden Jahren insbesondere im lĂ€ndlichen Raum die Nahversorgung sicherstellen und den Auswirkungen des RĂŒckgangs stationĂ€rer GeschĂ€fte entgegenwirken", sagt EHI-Studienautor Tobias Röding.

Umfrage: 38 Prozent fĂŒhlen sich unsicher

Es gibt verschiedene Konzepte von sogenannten autonomen oder smarten GeschĂ€ften. In der Regel sind dort keine Mitarbeiter anzutreffen. Personal kommt nur zum Einsatz, um die VerkaufsflĂ€che zu reinigen oder Regale aufzufĂŒllen. Oft haben nur registrierte Kunden Zutritt. Bezahlt wird meist an Selbstbedienungskassen.

Einige Anbieter setzen auf das "Grab & Go"-Format. Die mitgenommenen Artikel werden dabei per Kamera erfasst. Kunden können das GeschÀft nach dem Einkauf einfach verlassen. Die Zahlung wird automatisch vom Konto abgebucht.

Autonome LĂ€den werden laut der Studie wegen ihrer FlexibilitĂ€t und Effizienz geschĂ€tzt. Dennoch gibt es Vorbehalte. 45 Prozent der Kunden sind skeptisch gegenĂŒber dem Konzept, 38 Prozent fĂŒhlen sich unsicher. Einem Teil der Befragten fehlt soziale Interaktion. Sie empfinden das Einkaufen als unpersönlich oder fĂŒhlen sich ĂŒberwacht (jeweils 68 Prozent). Andere sorgen sich um den Schutz ihrer Daten (54 Prozent).

GrĂ¶ĂŸte Anbieter sind Tante Enso und Tante M

Autonome GeschĂ€fte sind bisher vor allem im Lebensmittelhandel verbreitet. Was die Nutzung bei anderen Branchen wie Spielwaren oder Mode betrifft, sind die Kunden kritischer. Experte Röding fĂŒhrt dies darauf zurĂŒck, dass Beratung hier eine wichtigere Rolle spielt.

Laut einer Studie der Dualen Hochschule Baden-WĂŒrttemberg Heilbronn ist die Anzahl solcher GeschĂ€fte in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Mittlerweile gibt es in Deutschland mehrere Hundert, die meisten auf dem Land.

Die grĂ¶ĂŸten Anbieter sind Tante Enso, Tante M sowie die Tegut-Tochter Teo. Tante Enso hat deutschlandweit 64 LĂ€den und ein hybrides Konzept. Zu bestimmten Zeiten ist Personal vor Ort. Tante betreibt 63 GeschĂ€fte in SĂŒddeutschland. Teo kommt in Hessen, Bayern und Baden-WĂŒrttemberg auf 40 Standorte.

@ dpa.de