AKTIE IM FOKUS: Hoffnung auf GeschÀftsbelebung beschert Siltronic Erholung
25.07.2024 - 11:50:15Das Papier entzog sich der allgemein trĂŒben Börsenstimmung und legte an der MDax DE0008467416-Spitze um 6,7 Prozent auf 75,60 Euro zu. Damit setzte es seine Stabilisierung innerhalb der seit Ende April bestehenden Handelsspanne von rund 70 bis etwa 78 Euro fort.
Vor rund drei Monaten hatte der Halbleiterwafer-Hersteller seine Jahresziele ĂŒberraschend gesenkt. BegrĂŒndet wurde der Schritt mit einer weiteren Verzögerung der Markterholung bei fortwĂ€hrend hohen LagerbestĂ€nden der Kunden. Der Druck auf die schon kurz nach dem Jahresbeginn schwĂ€chelnden Aktie wurde dadurch nochmals deutlich stĂ€rker. Aktuell steht im laufenden Jahr noch ein Verlust von 14,5 Prozent zu Buche.
Dass Siltronic trotz weiter schwieriger GeschĂ€fte mehr Optimismus an den Tag lege, sei "nicht unbedingt erwartbar gewesen", sagte ein HĂ€ndler. Jefferies-Analyst Constantin Hesse sprach obendrein von einem "trotz geringer Erwartungen soliden zweiten Quartal". Er bleibe ungeachtet einer verzögerten Erholung positiv fĂŒr die Aktie gestimmt, auch wenn der Tiefpunkt noch lĂ€nger andauern werde.
"Besser als befĂŒrchtet" lautet die Bewertung der Quartalszahlen durch Analyst JĂŒrgen Wagner von der Investmentbank Stifel. Die KonsensschĂ€tzung fĂŒr das Jahresergebnis je Aktie dĂŒrfte ihm zufolge nun um mehr als zehn Prozent steigen. Die Rendite-Risiko-Struktur der Aktie sei zudem positiv, "da der Abschwung bereits weit fortgeschritten ist und der Aufschwung sich bis 2025 einstellen sollte".
Trotz weiterhin schwieriger GeschĂ€fte blickt Siltronic inzwischen etwas zuversichtlicher auf das laufende Jahr. Der Umsatz im zweiten Quartal legte im Vergleich zum ersten Jahresviertel leicht zu, das operative Ergebnis konnte im Quartalsvergleich weitgehend stabil gehalten werden. So rechnet Siltronic fĂŒr 2024 jetzt mit einem Umsatz im hohen einstelligen Prozentbereich, unter dem des Vorjahres von gut 1,5 Milliarden Euro. Als Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda-Marge) sollen 23 bis 25 Prozent hĂ€ngen bleiben. Im April war der ursprĂŒngliche Ausblick noch gesenkt und ein Umsatzminus von rund 10 Prozent sowie eine Marge von 21 bis 25 Prozent avisiert worden.
Angesichts immer noch hoher LagerbestÀnde der Kunden spiegele sich das vom KI-Trend getriebene Wachstum der EndmÀrkte bisher nicht in der Auftragslage wider, schrÀnkte Siltronic-Chef Michael Heckmeier allerdings ein.

