Leonardo: 60 Prozent Gewinnsprung in Q1 2026
08.05.2026 - 04:12:54 | boerse-global.deNeun Milliarden Euro an neuen Aufträgen in nur drei Monaten. Der italienische Rüstungskonzern Leonardo profitiert massiv vom anhaltenden Verteidigungsboom. Die jüngsten Quartalszahlen zeigen ein deutliches Gewinnwachstum, während parallel dazu ein Führungswechsel vollzogen wird.
Starkes Wachstum im Rüstungsgeschäft
Der bereinigte Nettogewinn sprang im ersten Quartal um 60 Prozent auf 184 Millionen Euro. Auch der Umsatz legte währungsbereinigt zweistellig zu und erreichte 4,4 Milliarden Euro.
Treiber dieser Entwicklung ist vor allem die starke Nachfrage in der Verteidigungselektronik. Hinzu kommt die Erstkonsolidierung der kürzlich übernommenen Sparte Iveco Defence Vehicles (IDV), die das Neugeschäft spürbar ankurbelte. Der gesamte Auftragsbestand wuchs dadurch auf rund 57 Milliarden Euro an.
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Neue Führung und strategische Baustellen
Auf der Hauptversammlung am 7. Mai 2026 formierte sich derweil die neue Führungsspitze. Lorenzo Mariani übernimmt den Posten des Vorstandschefs, Francesco Macrì fungiert als neuer Präsident. Die Aktionäre beschlossen eine Dividende von 0,63 Euro je Anteilsschein.
Zur Bedienung von Mitarbeiterbeteiligungsprogrammen genehmigte das Gremium obendrein den Rückkauf von bis zu zwei Millionen eigenen Aktien. Der Vorstand sieht sich durch die jüngsten Ergebnisse bestätigt und hält an der Jahresprognose fest.
Abseits der operativen Erfolge formiert sich Widerstand gegen die Expansionspläne im Weltraum. Beim sogenannten "Projekt Bromo" – einer geplanten Satelliten-Fusion von Leonardo, Airbus und Thales – droht der deutsche Konkurrent OHB mit rechtlichen Schritten. Das Unternehmen befürchtet Marktverzerrungen und negative Folgen für die europäische Lieferkette, sollten die Kartellbehörden dem Vorhaben zustimmen.
Im Landsystem-Bereich laufen indes Gespräche mit Rheinmetall über die IDV-Lkw-Sparte. An der Börse notierte die Leonardo-Aktie am Donnerstag bei 54,41 Euro, was einem Jahresplus von 6,27 Prozent entspricht. Ein RSI-Wert von 85,6 signalisiert kurzfristig allerdings eine stark überkaufte Situation. Bis Juni muss das neue Führungsduo nun konkrete Ergebnisse für die strategische Neuausrichtung der Aerostructures-Sparte präsentieren.
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