Lettland, Migrantentunnel

Lettland: Weiterer Migrantentunnel unter Grenzzaun entdeckt

Veröffentlicht am: 21.08.2026 um 11:47 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Lettlands Behörden haben einen weiteren Tunnel entdeckt, durch den Migranten unterirdisch aus dem Nachbarland Belarus in das EU-Land gelangen konnten.

Zuvor waren vom Grenzschutz 28 Migranten aufgegriffen worden, die nahe dem Ost Kraslava im SĂŒdosten Lettlands illegal die inzwischen stark gesicherte EU-Außengrenze ĂŒberschritten hatten. Bei der AufklĂ€rung der UmstĂ€nde und Untersuchung des angrenzenden Gebiets sei dann rund 20 Meter von der Grenze entfernt ein mit Moos abgedeckter Geheimgang ausfindig gemacht worden, teilte der lettische Grenzschutz mit.

Zuvor waren in der Vorwoche bereits eine geheime UnterfĂŒhrung unter der Grenze zwischen Belarus und Lettland aufgetan worden. Auch in Polen und Litauen wurden wiederholt unterirdische Schleichwege entdeckt, durch welche Migranten von Belarus aus in die EU-Staaten gelangten. DafĂŒr sollen nach EinschĂ€tzung der europĂ€ischen Grenzschutzagentur Frontex auch staatliche Stellen in dem autoritĂ€r regierten Belarus mitverantwortlich sein, berichteten WDR und NDR jĂŒngst unter Berufung auf interne Dokumente der Behörde.

Bessere Überwachung durch "Operation Werwolf"

Lettland hat - wie auch Litauen und Polen - das autoritĂ€r regierte Belarus wiederholt beschuldigt, in organisierter Form Migranten aus Krisenregionen an die EU-Außengrenze zu bringen. Die Regierung in Riga reagierte darauf mit einem verstĂ€rkten Schutz der Grenze und dem Bau eines Grenzzauns, den die Migranten bislang vor allem selbstgebauten Leitern oder Metallscheren zu ĂŒberwinden versuchten.

Zur EindĂ€mmung der im Sommer deutlich gestiegenen Zahl an irregulĂ€ren GrenzgĂ€ngern startete Lettland zuletzt auch die "Operation Werwolf" zur Sicherung seiner Ostgrenze. Dabei sollen Grenzschutz, Staatspolizei, StreitkrĂ€fte und Geheimdienste enger zusammenarbeiten. Auch sollen im Grenzgebiet etwa verstĂ€rkt Radarsysteme und Drohnen zum Einsatz kommen, um illegale GrenzĂŒbertritte festzustellen.

Hilfe von NachbarlÀndern

UnterstĂŒtzung erhĂ€lt Lettland auch von Estland und Litauen, die GrenzschĂŒtzer entsendet haben, um das baltische Nachbarland beim Schutz und der Kontrolle der Grenze zu unterstĂŒtzen. In beiden Staaten waren zuvor vermehrt Migranten aufgegriffen worden, deren Weg von Belarus ĂŒber die EU-Außengrenze nach Lettland und dann weiter nach Estland oder Litauen fĂŒhrte. Auch die Zahl an beteiligten Schleusern habe zugenommen. Viele Migranten, die ĂŒber Belarus irregulĂ€r in die EU einreisen wollen, haben Deutschland als Ziel.

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