Zölle belasten Guinness-Hersteller Diageo - Sparkurs verschÀrft
05.08.2025 - 13:21:30(neu: Kurs und Details)
LONDON (dpa-AFX) - Der Guinness-Hersteller Diageo GB0002374006 will angesichts schwieriger GeschĂ€fte und des Abgangs seiner Chefin noch stĂ€rker sparen. Die Einsparungen aus dem laufenden Programm sollen statt 500 nun 625 Millionen US-Dollar (540 Mio Euro) erreichen, teilte das Unternehmen mit seinen Jahreszahlen am Dienstag in London mit. Zugleich dĂŒrften die neuen US-Zölle Diageos Gewinn mit 200 Millionen Dollar pro Jahr belasten, 50 Millionen mehr als bisher gedacht.
An der Börse kamen die Neuigkeiten gut an: Die Diageo-Aktie gewann in London zeitweise sieben Prozent und gehörte zu den stÀrksten Titeln im britischen Leitindex FTSE 100 GB0001383545. Zuletzt lag sie nur noch mit rund zweieinhalb Prozent im Plus und wurde immer noch mehr als ein Viertel billiger gehandelt als zum Jahreswechsel.
Branchenexperte Sanjeet Aujla von der Schweizer GroĂbank UBS wertete die GeschĂ€ftszahlen jedenfalls positiv. Diageos Umsatz- und GewinnplĂ€ne fĂŒr das neue GeschĂ€ftsjahr 2025/26 hĂ€tten die Erwartungen ĂŒbertroffen. Die Ziele fĂŒr die Marge und die Senkung der Kosten lĂ€gen höher als gedacht.
Im abgelaufenen GeschÀftsjahr bis Ende Juni verbuchte der Konzern mit Marken wie Johnnie-Walker-Whisky, Smirnoff Wodka und Baileys Irish Cream wegen Sonderbelastungen einen Gewinneinbruch um 40 Prozent auf 2,5 Milliarden Dollar.
Im TagesgeschĂ€ft steigerte Diageo den Umsatz auf vergleichbarer Basis und bereinigt um WĂ€hrungskurseffekte um 1,7 Prozent auf 20,2 Milliarden Dollar. Der operative Gewinn ging ohne Sondereffekte um knapp ein Prozent auf 5,7 Milliarden Dollar zurĂŒck.
FĂŒr das neue GeschĂ€ftsjahr bis Ende Juni 2026 peilt Diageos Ăbergangschef Nik Jhangiani ein organisches Umsatzwachstum etwa in Höhe des Vorjahres an. Er hatte den Job vor wenigen Tagen vorlĂ€ufig von der bisherigen Konzernchefin Debra Crew ĂŒbernommen.
Der Markt sei weiterhin schwierig, erklÀrte das Management. Der operative Gewinn soll nun organisch um einen mittleren einstelligen Prozentsatz steigen, vor allem in der zweiten GeschÀftsjahreshÀlfte von Januar bis Juni. Dies liege auch an dem laufenden Sparprogramm. Die Zölle seien in der Prognose bereits enthalten.

