ROUNDUP, Trump

Trump droht dem Iran - Raketenalarm in Israel und am Golf

26.03.2026 - 14:50:55 | dpa.de

LONDON - Vor dem Ende des Ultimatums von US-PrÀsident Donald Trump reichen die Prognosen zum Iran-Krieg von einer schnellen Waffenruhe bis zu Angriffen mit Bodentruppen.

(neu: Aktualisiert.)

LONDON (dpa-AFX) - Vor dem Ende des Ultimatums von US-PrĂ€sident Donald Trump reichen die Prognosen zum Iran-Krieg von einer schnellen Waffenruhe bis zu Angriffen mit Bodentruppen. Trump warnte den Kriegsgegner auf seiner Plattform Truth Social erneut vor Konsequenzen, sollte es zu keiner Einigung kommen. Der Iran mĂŒsse ernsthaft verhandeln, es gebe keinen Weg zurĂŒck. Die Folgen wĂŒrden sonst "nicht schön" sein.

Wer fĂŒr die Konfliktparteien jeweils mit wem spricht, bleibt völlig unklar. Trump hatte am Montag weitere hoffnungsvolle GesprĂ€che angekĂŒndigt verbunden mit der Anordnung, Irans Energieinfrastruktur fĂŒr fĂŒnf Tage nicht anzugreifen. Die politische und militĂ€rische FĂŒhrung in Teheran dementiert bislang jegliche Verhandlungen. In Versalien schrieb Trump zu der iranischen Darstellung: "Falsch!!!"

Pakistans Außenminister Ishaq Dar bestĂ€tigte am Donnerstag VermittlungsbemĂŒhungen seines Landes. In diesem Kontext sei auch ein 15-Punkte-Plan der USA geteilt und vom Iran erwogen worden, schrieb der Minister auf X. Ähnliche Informationen waren auch aus Ägypten gemeldet worden. Die Existenz des Verhandlungspapiers, das dem Iran viele ZugestĂ€ndnisse abverlangt, hatte Spekulationen ĂŒber einen möglichen Durchbruch schon an diesem Wochenende befeuert.

Trump: Iran bettelt um ein Abkommen

US-Regierungssprecherin Karoline Leavitt Ă€ußerte, es gebe "produktive" GesprĂ€che auf diplomatischer Ebene. Aber trotz der Verhandlungen sei Trump bereit, die Hölle im Iran losbrechen zu lassen. Israel rechnet nach Medienberichten damit, dass Trump bereits am Wochenende im Alleingang eine Waffenruhe mit dem Iran verkĂŒnden könnte. Der israelische TV-Sender N12 nannte als möglichen Zeitpunkt diesen Samstag, das Nachrichtenportal "ynet" spĂ€testens Mitte kommender Woche.

Die iranischen VerhandlungsfĂŒhrer wĂŒrden die USA "anflehen", ein Abkommen zu schließen, schrieb Trump auf seiner Plattform. Er bezeichnete sie als "anders" und "strange" (in etwa: seltsam oder eigenartig). Er wiederholte seine EinschĂ€tzung, dass der Iran "militĂ€risch völlig vernichtet" sei. Der Befehlshaber des US-Regionalkommandos fĂŒr den Nahen Osten (Centcom), Brad Cooper, sagte, mehr als 10.000 Ziele seien angegriffen worden.

Sieben Angriffswellen in kurzer Zeit

Doch auch der Iran setzt seine Gegenangriffe fort. Am Donnerstagmorgen flogen binnen weniger Stunden mindestens sieben Wellen iranischer Raketenangriffe auf Israel. In zahlreichen Gebieten - darunter im Großraum Tel Aviv, in Jerusalem sowie im Norden des Landes - gab es Raketenalarm. Nach Angaben von Armee und RettungskrĂ€ften kam es an mehreren Orten zu EinschlĂ€gen. Es gab Berichte ĂŒber Verletzte in Tel Aviv sowie in einer arabischen Ortschaft östlich der KĂŒstenmetropole.

In der emiratischen Hauptstadt Abu Dhabi wurden zwei Menschen durch herabfallende TrĂŒmmerteile einer Rakete getötet. Auch andere Golfstaaten meldeten erneuten Beschuss auf ihr Territorium, darunter Kuwait, Saudi-Arabien und Jordanien.

Iranischer Marine-Kommandeur getötet

Israel meldete im Gegenzug den Tod des Marine-Kommandeurs der iranischen Revolutionsgarden. Verteidigungsminister Israel Katz teilte mit, die Armee habe Admiral Aliresa Tangsiri "ausgeschaltet, zusammen mit hochrangigen Offizieren des Marinekommandos". In der Mitteilung hieß es, Tangsiri sei "der unmittelbar Verantwortliche fĂŒr die Terroroperation des Verminens und Blockade der Straße von Hormus fĂŒr die Schifffahrt".

Aus dem Iran gab es dazu zunÀchst keine BestÀtigung. Mitgeteilt wurde, dass seit Beginn der Luftangriffe der USA und Israels mehr als 1.900 Menschen getötet worden seien. Unter den Opfern seien 240 Frauen und mehr als 200 Kinder, sagte der stellvertretende Gesundheitsminister Ali Dschafarian dem arabischen Sender Al Jazeera.

In Teheran ist man vor dem Hintergrund der betonten Verhandlungsbereitschaft der USA vor allem skeptisch: Viele in der FĂŒhrung fĂŒrchten, Washington wolle von möglichen militĂ€rischen PlĂ€nen ablenken - etwa fĂŒr einen Einsatz auf der Ölinsel Charg im Persischen Golf oder in der fĂŒr den globalen Öl- und Gashandel zentralen Straße von Hormus. Die Haltung rĂŒhrt auch daher, dass die USA und Israel ihre Angriffe begannen, als eigentlich weitere GesprĂ€che zwischen Teheran und Washington ĂŒber das iranische Atomprogramm erwartet worden waren.

Sorge vor "Besetzung einer iranischen Insel"

Irans Außenminister Abbas Araghtschi warnte laut der Nachrichtenagentur Isna "alle LĂ€nder, dass das Eindringen auslĂ€ndischer StreitkrĂ€fte in den Bereich der Straße von Hormus nur zu weiteren militĂ€rischen Spannungen fĂŒhren wird". ParlamentsprĂ€sident Mohammed Bagher Ghalibaf warnte auf X vor einer möglichen "Besetzung einer iranischen Insel" durch "Feinde" mit UnterstĂŒtzung eines Staates in der Region. Sollte es dazu kommen, mĂŒsse dieses Land mit Angriffen auf seine gesamte kritische Infrastruktur rechnen.

Ghalibaf gilt als eine der wichtigsten verbliebenen Figuren des iranischen Machtapparats und als möglicher Ansprechpartner fĂŒr die USA. Pakistan setzte sich Sicherheitskreisen zufolge fĂŒr den Schutz von Ghalibaf und Araghtschi ein. Vor einer möglichen Einigung in der zweiten AprilhĂ€lfte könnten demnach mehrere GesprĂ€chsrunden nötig sein.

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