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Lufthansa-A380 setzt zu frĂŒh auf

Veröffentlicht am: 18.08.2026 um 18:11 Uhr | dpa.de

Nach dem Beinahe-UnglĂŒck einer Boeing US0970231058 787-9 von Vietnam Airlines am MĂŒnchner Flughafen lĂ€uft noch die KlĂ€rung der Ursache, da gibt es schon einen neuen Zwischenfall.

Ein Airbus NL0000235190 A380 der Lufthansa DE0008232125 setzte am Montagabend bei der Landung zu frĂŒh auf und beschĂ€digte an der Landebahnschwelle die Beleuchtung. Das mit 351 Passagieren besetzte Flugzeug sei aber sicher gelandet, sagte eine Lufthansa-Sprecherin auf Anfrage. Zuvor hatten RTL und "aero.de" berichtet. Nur zwei Tage zuvor war auf derselben Bahn der Boeing-Dreamliner der Vietnam Airlines beim Start ĂŒber das Pistenende hinausgeschossen. Hier entgingen Passagiere und Crew nur knapp einem UnglĂŒck - die Maschine konnte in letzter Sekunde doch noch abheben.

Was ist zum Vorfall mit dem Lufthansa-Jet bekannt?

Sicher ist nur, dass die Maschine zu frĂŒh aufsetzte. Dabei wurden erneut - wie bei dem Start der vietnamesischen Maschine - Lampen der Bahnbefeuerung beschĂ€digt. Passagiere und Besatzung blieben unverletzt. Laut Lufthansa hat die A380 bereits auf dem Beton, aber vor der mit weißen Blockstreifen markierten Landebahnschwelle aufgesetzt.

Die rund 13 Jahre alte Lufthansa-Maschine mit dem Kennzeichen D-AIML war am Vorabend in im US-amerikanischen San Francisco gestartet. Nach der Landung in MĂŒnchen rollte sie zu ihrer Position am Terminal, die GĂ€ste verließen das Flugzeug regulĂ€r, wie Lufthansa berichtete. Die GrĂŒnde fĂŒr den Zwischenfall werden wie der Fall der Vietnam Airlines untersucht. Laut Lufthansa hat die Bundesstelle fĂŒr Flugunfalluntersuchung (BFU) eine Untersuchung eingeleitet. BFU-Mitarbeiter seien vor Ort und hĂ€tten die Flugschreiber sichergestellt, bestĂ€tigte ein BFU-Sprecher auf Anfrage.

Wie kam es zu dem gefÀhrlichen Start der Vietnam-Boeing?

Die Boeing-Dreamliner war auf dem Rollfeld zu langsam, rollte ĂŒber das Ende der Startbahn hinaus - und schaffte es in einer Staubwolke gerade noch in die Luft. Bei der Landung zwei Stunden spĂ€ter in MĂŒnchen war am Fahrwerk Qualm zu sehen, Reifen waren geplatzt. Passagiere und Besatzung blieben unverletzt, sie kamen mit dem Schrecken davon.

Nach einem vorlĂ€ufigen Bericht der vietnamesischen Luftfahrtbehörde zu dem Vietnam-Airlines-Flug VN34 geht aus Angaben der Piloten hervor, dass die Geschwindigkeit des Flugzeugs beim Startvorgang zwischenzeitlich abnahm. UngefĂ€hr auf halbem Weg auf der Startbahn habe die Maschine rund zwei Sekunden lang nicht an Tempo zugelegt. Danach habe die Maschine zunĂ€chst bis zur erforderlichen Geschwindigkeit beschleunigt, aber dann sei das Tempo abgefallen. Da nicht mehr genug Strecke auf der Bahn vorhanden gewesen sei, um den Start sicher abzubrechen, habe der Pilot den Startvorgang fortgesetzt, heißt es weiter im Bericht der Luftfahrtbehörde vom Dienstag. Der Pilot habe die Triebwerks-Schubhebel auf maximale Position gebracht und die Flugzeugnase hochgezogen - sodass das Flugzeug doch noch abhob.

Wie reagierte die Besatzung dann?

Nach dem Start erhielt die Besatzung dem Bericht zufolge Warnungen, die darauf hindeuteten, dass das Heck des Flugzeugs die Startbahn berĂŒhrt oder gestreift hatte. Außerdem wurde eine Reifendruckwarnung ausgelöst. Bei vier der acht Reifen an den beiden Hauptfahrwerken war demnach der Reifendruck abgefallen. Die Besatzung informierte die Flugsicherung und entschied, fĂŒr eine technische ÜberprĂŒfung zum MĂŒnchner Flughafen zurĂŒckzukehren, wie aus dem Bericht der Piloten gemĂ€ĂŸ vietnamesischer Luftfahrtbehörde hervorgeht.

Eine solche Entscheidung fĂ€llt grundsĂ€tzlich im Cockpit, wie eine Sprecherin der Deutschen Flugsicherung (DFS) erlĂ€uterte. Die DFS ist dann zustĂ€ndig, den Luftraum entsprechend freizurĂ€umen und einen Slot fĂŒr die Landung vorzubereiten.

Wie reagierte Vietnam Airlines?

Die Airline sprach bereits am Samstag von einem technischen Problem und verwies auf Warnmeldungen, die kurz nach dem Vorfall beim Start abgesetzt wurden. Sie entschuldigte sich bei den Passagieren "aufrichtig fĂŒr die entstandenen Unannehmlichkeiten" und betonte, die Flugzeugbesatzung habe alle vorgeschriebenen Verfahren eingehalten.

Was wird weiter zur AufklÀrung getan - und wann gibt es Ergebnisse?

ZustĂ€ndig fĂŒr die Untersuchung beider VorfĂ€lle ist die Bundesstelle fĂŒr Flugunfalluntersuchung (BFU) in Braunschweig. Deren Experten stellten auch bei der vietnamesischen Maschine Flugdatenschreiber und Voicerekorder sicher. Bei der BFU rechnet man mit mehreren Wochen, bis ein Zwischenbericht vorgelegt werden kann. Bis zum Abschlussbericht dĂŒrften jedoch Monate vergehen.

Wie gefÀhrlich war der Start?

Flughafen und Airline haben sich dazu nicht geĂ€ußert. Nach Meinung eines Luftfahrtexperten entging der Flughafen allerdings nur haarscharf einer Katastrophe. "Das hĂ€tte einen Feuerball mit Hunderten Todesopfern geben können, wenn die Piloten die Maschine nicht noch hochgezogen hĂ€tten", sagt Luftfahrtexperte Heinrich Großbongardt der Deutschen Presse-Agentur.

Wie gefÀhrlich war die Landung?

Nach EinschĂ€tzung des Luftsicherheitsexperten Harald Hanke hat die Besatzung des Dreamliners alles getan, um eine risikoarme Sicherheitslandung hinzubekommen. In der gebotenen Ruhe wurden demnach Kerosin abgelassen und die technischen Systemhinweise nach dem fehlerhaften Start bewertet. Vor der Landung musste das Flugzeug zweimal knapp ĂŒber den Flughafen fliegen, um mögliche SchĂ€den an den Fahrwerken vom Boden aus zu erkennen. Nicht zuletzt waren ja nach dem Start Probleme am Reifendruck angezeigt worden. Letztlich platzten zwei von vier Reifen am linken Fahrwerk, die möglicherweise schon vorgeschĂ€digt waren. Der Flieger kam dennoch sicher zum Stehen.

Wie verhÀlt sich Vietnams Regierung?

Die vietnamesische Regierung setzt auf Kooperation und Transparenz. Sie habe die Luftfahrtbehörde und die staatliche Fluggesellschaft angewiesen, dringend mit den deutschen Behörden zusammenzuarbeiten und zugleich die Aufsicht ĂŒber die Sicherheitsverfahren im Luftverkehr zu verstĂ€rken, berichteten staatliche Medien am Dienstag. Zudem sei die vietnamesische Luftfahrtbehörde aufgefordert worden, die Sicherheitsaufsicht ĂŒber die Ausbildung von Luftfahrtpersonal sowie ĂŒber den Flugbetrieb und die Wartung von Flugzeugen durch vietnamesische Fluggesellschaften zu verstĂ€rken.

Wie haben FluggÀste den Start der Boeing-Dreamliner erlebt?

Passagiere beschrieben einen Schlag, es habe einen richtigen Knall gegeben, als der Flieger ĂŒber die Landebahn herausschoss. Einige, so berichtet ein Fluggast, hĂ€tten offensichtlich dem keine besondere Bedeutung gegeben oder gar nichts mitbekommen - sie hĂ€tten wĂ€hrend des etwa zweistĂŒndigen Fluges geschlafen. Er selbst und sein Begleiter hingegen hĂ€tten sich zunehmend Sorgen gemacht. "Hoffentlich kommen wir da wieder runter." Er habe vor Angst geschwitzt und gefroren zugleich, berichtet ein anderer Fluggast.

Kritik gab es an der Kommunikation. "Wir hatten keinerlei Informationen wĂ€hrend des Flugs, wir waren im Ungewissen", sagte der Fluggast. Schließlich seien die FluggĂ€ste aufgefordert worden, die Sicherheitshaltung einzunehmen: den Kopf nach vorne geneigt und mit den HĂ€nden geschĂŒtzt. "Gott sei Dank" habe der Pilot die Maschine am Ende relativ sanft auf den Boden gebracht.

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