Lufthansa Aktie: Flottenschrumpfung beschleunigt
17.04.2026 - 10:49:10 | boerse-global.deDie Doppelbelastung aus hohen Kerosinkosten und anhaltenden Streiks zwingt Lufthansa zu drastischen Maßnahmen — und die kommen schneller als geplant. Mit der vollständigen Schließung der Regionaltochter Cityline zieht der Konzern einen Schlussstrich, der weit über eine normale Flottenbergeinigung hinausgeht.
Cityline fliegt nicht mehr
Ab diesem Samstag bleiben die 27 Canadair-Jets der Cityline am Boden — dauerhaft. Der Münchner Ableger des Konzerns wird komplett eingestellt, inklusive der wenigen noch betriebenen Airbus-A319-Maschinen. Die Jets galten ohnehin als technisch überholt und kostspieliger im Betrieb als neuere Modelle. Mit dem vorzeitigen Aus lassen sich weitere Verluste der defizitären Gesellschaft begrenzen.
Finanzvorstand Till Streichert räumte ein, dass es sich um vorgezogene Einschnitte handelt — keine Notfallentscheidung aus dem Nichts, sondern ein Plan, den die aktuelle Krise schlicht nach vorne verschoben hat. Rund 800 Flugbegleiter und 500 Piloten sind betroffen. Anschlussbeschäftigungen wurden laut Konzern bereits angeboten, die Gewerkschaften Vereinigung Cockpit und Ufo bewerten die Konditionen allerdings als unzureichend.
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Kerosin als zweiter Treiber
Parallel zur Cityline-Schließung trifft es auch die Kernmarke. Ende Oktober werden vier Airbus A340-600 sowie zwei Boeing 747-400 stillgelegt. Der endgültige Abschied vom 747-400-Typ ist für 2027 vorgesehen, jüngere 747-8-Maschinen verbleiben in der Flotte. Zudem sollen rund fünf Mittelstreckenjets aus dem Bestand genommen werden.
Hintergrund ist der massive Anstieg der Treibstoffpreise. Etwa 80 Prozent des Kerosinbedarfs der Passagierfluggesellschaften sind zwar auf Rohölbasis abgesichert — den Rest muss der Konzern am freien Markt zukaufen, und genau dieser Teil wird teurer. Die Internationale Energieagentur warnte zuletzt, dass Kerosin in Teilen Europas in den kommenden Wochen knapp werden könnte, da rund 75 Prozent der europäischen Nettoimporte aus dem Mittleren Osten stammten.
Streik als Brandbeschleuniger
Die Gewerkschaft Ufo sieht in der Cityline-Entscheidung eine Reaktion auf die laufenden Arbeitskämpfe — eine Bestrafung für Streiks, die noch am Vortag die 100-Jahr-Feier des Konzerns begleitet hatten. Das Management hatte bereits am Wochenende intern gewarnt, dass anhaltende Streiks den Schließungsprozess beschleunigen könnten.
Für Anleger bleibt die Gemengelage unbequem: Streikkosten, Treibstoffpreise und nun eine beschleunigte Flottenschrumpfung treffen gleichzeitig auf einen Konzern, dessen Jubiläumsjahr alles andere als festlich verläuft.
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