Luftverkehrswirtschaft will noch mehr Entlastungen
Veröffentlicht am: 06.08.2026 um 11:10 Uhr | dpa.deDie abgesenkte Luftverkehrsteuer reicht der Branche nicht: Angesichts schwacher Halbjahreszahlen fordert der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) weitere Entlastungen bei den staatlichen Standortkosten fĂŒr Steuer, Flugsicherung und Passagierkontrollen, um im europĂ€ischen Vergleich wettbewerbsfĂ€higer zu werden.
Der staatlich veranlasste Kostenblock sei im vergangenen Jahr um 1,1 Milliarden Euro auf 4,3 Milliarden Euro angewachsen - rund das Doppelte des Werts aus dem Vor-Corona-Jahr 2019. 2026 entfielen zwar wegen der abgesenkten Steuer rund 300 Millionen Euro, aber das reiche nicht aus. Um wieder wettbewerbsfÀhig zu werden, brauche der Standort eine Halbierung dieser Belastungen in Höhe von zwei Milliarden Euro, erklÀrt BDL-PrÀsident Lars Redeligx. Das entspreche einer Reduzierung von 15 Euro pro Passagier.
Angebot erstmals seit Corona-Ende rĂŒcklĂ€ufig
In der ersten JahreshĂ€lfte 2026 sei die ohnehin langsame Erholung des Luftverkehrs in Deutschland auch wegen des Iran-Kriegs eingebrochen. 97,7 Millionen Passagiere an den deutschen FlughĂ€fen bedeuteten ein Minus von 0,8 Prozent, berichtet der Verband. Das sei der erste RĂŒckgang seit dem Ende der Corona-Pandemie.
Im Gegensatz zu den meisten europĂ€ischen LĂ€ndern bleibe das Angebot in Deutschland mit 85 Prozent weiterhin deutlich unter dem Niveau vor der Coronakrise. Im ĂŒbrigen Europa wĂŒrden inzwischen 111 Prozent des frĂŒheren Angebots geflogen.
Die hohen Kosten fĂŒhren dem Verband zufolge zu deutlich weniger FlĂŒgen und Verbindungen von deutschen FlughĂ€fen. Seit 2019 seien rund 450 Verbindungen ganz gestrichen worden. Gleichzeitig wurden Frequenzen zu 567 weiteren Zielen ausgedĂŒnnt.
FĂŒr das zweite Halbjahr bieten die Airlines aus Deutschland im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mehr PlĂ€tze zu Ăberseezielen und nach Europa an. Innerdeutsch soll das Angebot hingegen weiter schrumpfen.
