Ergebnisse, Produktion/Absatz

Grand City Properties macht im ersten Quartal wieder Gewinn

16.05.2024 - 14:51:09

LUXEMBURG - Die Aroundtown-Tochter LU1673108939 Grand City Properties (GCP) LU0775917882 hat im ersten Quartal wieder schwarze Zahlen geschrieben.

(neu: Aussagen aus Telefonkonferenz, Kurs, Analyst)

LUXEMBURG (dpa-AFX) - Die Aroundtown-Tochter LU1673108939 Grand City Properties (GCP) LU0775917882 hat im ersten Quartal wieder schwarze Zahlen geschrieben. Unter dem Strich stand ein Gewinn von 43,7 Millionen Euro, wie der Konzern am Donnerstag in Luxemburg mitteilte. Ein Jahr zuvor war wegen der Abwertung des Portfolios noch ein Verlust von knapp 12 Millionen angefallen. Im Gesamtjahr 2023 war das Unternehmen wegen einer geringeren Bewertung der Immobilien noch deutlicher in die Verlustzone gerutscht.

An der Börse wurden die Nachrichten positiv aufgenommen: Die Grand-City-Aktie legte bis zum Nachmittag um rund zwei Prozent auf 11,50 Euro zu und gehörte damit zu den stĂ€rkeren Titeln im Kleinwerte-Index SDax DE0008469008. Der Kurs hat sich seit seinem Tief im FrĂŒhjahr 2023 mit sechs Euro fast verdoppelt. Allerdings ist die Aktie noch weit von ihrem Höchstwert im Jahr 2018 entfernt, als sie 24,40 Euro gekostet hatte.

Es sei sehr schwierig vorherzubestimmen, wie sich der Wert der Immobilien in diesem Jahr entwickeln werde, sagte Unternehmenschef Refael Zamir am Donnerstag in einer Telefonkonferenz mit Analysten. Das Management erwarte aber eine weitere Abwertung des Portfolios im ersten Halbjahr. Die Talsohle dĂŒrfte im zweiten Halbjahr erreicht sein, und der Handel mit Immobilien sollte sich dann wieder beleben. Allerdings hĂ€nge dies auch von der Zinsentscheidung der EuropĂ€ischen Zentralbank ab.

Im TagesgeschĂ€ft bestimmte zuletzt indes die Nachfrage nach Wohnraum das Bild. Die Nettomieterlöse kletterten in den drei Monaten bis Ende MĂ€rz um vier Prozent auf gut 105 Millionen Euro. Auf vergleichbarer Basis stiegen die Mieten um 3,4 Prozent und damit stĂ€rker als fĂŒr das Gesamtjahr erwartet. Die Nettomieten sollen 2024 auf vergleichbarer Basis um drei Prozent zulegen.

Allerdings drĂŒckten im Berichtszeitraum gestiegene Kosten, etwa fĂŒr höhere Zinsen, auf den operativen Gewinn (FFO1). Dieser ging um vier Prozent auf gut 45 Millionen Euro zurĂŒck. FĂŒr 2024 peilt das Management weiter einen operativen Gewinn von 175 bis 185 Millionen Euro an. Damit wĂ€re sowohl ein RĂŒckgang als auch ein leichter Anstieg möglich.

Analyst Kai Klose von der Berenberg Bank erwartet, dass das Unternehmen einen operativen Gewinn von gut 178 Millionen Euro erzielt. Er betrachte seine SchĂ€tzungen als konservativ. Die Dynamik des Mietwachstums scheine etwas grĂ¶ĂŸer zu sein als erwartet.

Im Blick hat der Konzern wie andere Unternehmen aus der Branche vor allem seine Verschuldung und stĂ¶ĂŸt deshalb Immobilien ab. Im ersten Quartal verkaufte Grand City Properties nach eigenen Angaben Wohnungen im Wert von 30 Millionen Euro etwas ĂŒber dem Buchwert. Auch unterzeichnete das Unternehmen seit Jahresbeginn VertrĂ€ge zum Verkauf von Wohnungen im Wert von 23 Millionen Euro. Zudem will sich der Konzern von weiteren Immobilien im Wert von 170 Millionen Euro trennen.

Die Gesamtschulden des Konzerns stiegen bis Ende MĂ€rz dennoch leicht auf fast 5,8 Milliarden Euro. Die Kosten fĂŒr Fremdkapital blieben fĂŒr das Unternehmen aber mit 1,9 Prozent per Stand MĂ€rz 2024 niedrig bei einer durchschnittlichen Laufzeit von 5,1 Jahren. Der Konzern verfĂŒgt nach eigenen Angaben ĂŒber Barmittel und liquide Mittel, die die FĂ€lligkeiten der Schulden bis Ende 2026 abdecken.

Grand City Properties ist mit seinen rund 63 200 Wohnungen vor allem in dicht besiedelten Gebieten Deutschlands aktiv, etwa in Berlin, Nordrhein-Westfalen, der Region Halle-Leipzig-Dresden und im Rhein-Main-Gebiet. Zudem ist der Immobilienkonzern etwa in Metropolen wie London und MĂŒnchen vertreten. GrĂ¶ĂŸter AktionĂ€r ist der Gewerbeimmobilienkonzern Aroundtown, der gut 60 Prozent an dem Unternehmen hĂ€lt.

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