Helaba / MĂ€rkte und Trends 2026: Weltwirtschaft - Die Karten werden neu ...
12.11.2025 - 10:20:22MĂ€rkte und Trends 2026: Weltwirtschaft - Die Karten werden neu gemischt Frankfurt am Main (ots) -
- Helaba Research & Advisory prĂ€sentiert Konjunktur- und Kapitalmarktausblick 2026 - Wachstum der deutschen Wirtschaft schlieĂt 2026 mit 1,5 Prozent zur Eurozone auf - Umfassende ReformtĂ€tigkeit Voraussetzung fĂŒr nachhaltigen Erfolg - Inflationsrate um 2 Prozent erfordert keine weiteren Zinssenkungen der EZB - DAX zum Jahresende 2026 bei rund 25.000 Punkten
Der aktuelle Konjunktur- und Kapitalmarktausblick von Helaba Research & Advisory s teht unter dem Motto "Weltwirtschaft - die Karten werden neu gemischt". Denn die Weltwirtschaft gleicht einem groĂen Kartenspiel. FrĂŒher schien es, als wĂŒrden die Spieler immer wieder mit denselben Karten spielen und jeder kannte die Regeln. Doch jetzt werden die Karten neu gemischt und anders verteilt. Die Regeln verĂ€ndern sich sogar wĂ€hrend des Spiels - die Verunsicherung sitzt mit am Tisch. Diese Ausgangslage bietet aber auch Chancen: Wer sich anpasst, aufmerksam spielt und die neuen Karten klug ausspielt, kann aus der Runde als Gewinner hervorgehen. Helaba Research & Advisory hat zum Motto Kartenspiel drei Szenarien entwickelt.
Basisszenario: Die Karten werden neu gemischt (Eintrittswahrscheinlichkeit 70 Prozent)
Die Politik von US-PrĂ€sident Trump hat die in der Weltwirtschaft gĂŒltigen Spielregeln auĂer Kraft gesetzt und fĂŒr Chaos sowie Verunsicherung gesorgt. 2026 geht es nun um Schadensminimierung. Den anderen Spielern bieten sich aber auch Chancen, neue Strategien auszuprobieren - beispielsweise in der Handelspolitik. Wachstumsimpulse könnten von den Investitionen in KĂŒnstliche Intelligenz ausgehen. "Auch beim Thema Ăberregulierung und BĂŒrokratieabbau ist in Deutschland und in der EU noch Luft nach oben", so Dr. Gertrud Rosa Traud, Chefvolkswirtin der Helaba. Die Notenbanken sind 2026 nicht mehr die dominierenden Spieler. Dagegen testet die Fiskalpolitik in den USA, aber auch in der EU bei der Verschuldung zunehmend die Grenzen des Möglichen aus.
Die globale Wirtschaft kann 2026 in etwa das Tempo des Vorjahres halten. Hierzulande dĂŒrfte das Wirtschaftswachstum endlich an Fahrt aufnehmen. "Mit 1,5 Prozent ist Deutschland dann kein Bremsfaktor mehr in der Eurozone", prognostiziert Dr. Traud. Neben dem anziehenden privaten Konsum dĂŒrften auch mehr öffentliche Investitionen infolge der Fiskalpakete einen Wachstumsbeitrag leisten.
Die Inflation wird 2026 in Deutschland und in der Eurozone im Jahresdurchschnitt nur leicht ĂŒber dem Zielwert der EZB von 2 Prozent liegen. "Damit kann die Notenbank ihre neutrale geldpolitische Position beibehalten", so Dr. Traud. Ein vorsichtiges Agieren ist auch geboten, um sich nicht dem Verdacht auszusetzen, die steigende Staatsverschuldung mit niedrigen Zinsen flankieren zu wollen.
Anlageklassen im Basisszenario
An den RentenmÀrkten trifft ein steigendes Angebot an Staatsanleihen auf zunehmend skeptische Investoren, die höhere RisikoaufschlÀge verlangen. Zum Jahresende 2026 werden 10-jÀhrige Bundesanleihen bei 3,0 Prozent notieren.
Aktien haben durch den gröĂtenteils bewertungsgetriebenen Kursanstieg viel Positives vorweggenommen. Weitere Kursgewinne mĂŒssen durch höhere Unternehmensergebnisse unterfĂŒttert werden. Dass bei den ErgebnisschĂ€tzungen bislang negative Revisionen ĂŒberwiegen, stimmt skeptisch. Bis Ende 2026 ist daher lediglich mit einem leichten Anstieg des DAX auf rund 25.000 Punkte zu rechnen.
Die Preissteigerungen bei deutschen Immobilien setzen sich fort. Wohnimmobilien bleiben insbesondere in BallungsrĂ€umen knapp, was die Preise zulegen lĂ€sst. Da sich die Erschwinglichkeit nicht weiter verbessert, ist das AufwĂ€rtspotenzial aber begrenzt. Einzelhandelsimmobilien profitieren vom gestiegenen privaten Konsum. Im BĂŒrosektor stĂŒtzt die zunehmende wirtschaftliche AktivitĂ€t die FlĂ€chennachfrage.
FĂŒr Gold ist 2026 eine Wiederholung des Rekordjahres wenig wahrscheinlich. Dennoch wird das Edelmetall weiter getragen von den fortgesetzten Zinssenkungen der Fed sowie der SchwĂ€che des US-Dollar. Deshalb dĂŒrften neue Preisrekorde erreicht werden.
Der Kursverfall des US-Dollars setzt sich 2026 fort. Der US-Zinsvorteil verringert sich durch weitere Zinssenkungen der Fed. Zudem schrumpft der Wachstumsvorteil gegenĂŒber der Eurozone. Auch irritiert die Politik von US-PrĂ€sident Trump weiter. Der Euro-Dollar-Kurs dĂŒrfte Ende 2026 um 1,20 notieren.
Negatives Szenario: Das Kartenhaus stĂŒrzt ein (Eintrittswahrscheinlichkeit 20 Prozent)
Mehrere Risiken wie geopolitische Eskalation und verschÀrfte strukturelle Probleme treten gleichzeitig auf. Die Weltwirtschaft rutscht in eine Rezession und die KapitalmÀrkte reagieren mit VolatilitÀt. Die öffentlichen Finanzen geraten unter Druck und die internationale Zusammenarbeit wird erschwert. Das Kartenhaus aus den Karten Konjunktur, WettbewerbsfÀhigkeit, öffentliche Finanzen, Welthandelsordnung und Sicherheitspolitik fÀllt in sich zusammen.
Die deutsche Wirtschaft ist aufgrund ihrer Exportorientierung ĂŒberdurchschnittlich stark von den handelspolitischen Streitigkeiten betroffen und schrumpft um rund 2 Prozent. Fallende Ălpreise und die schwache Konjunktur dĂ€mpfen die Inflation. Im schwierigen fundamentalen Umfeld nimmt die EZB die Zinssenkungen wieder auf und senkt den Einlagensatz bis auf 1,25 Prozent. Aufgrund der hohen Unsicherheit sind sichere AnlagehĂ€fen gefragt, sodass die Rendite 10-jĂ€hriger Bundesanleihen in Richtung 1 Prozent nachgibt. Stark rĂŒcklĂ€ufige Unternehmensgewinne und die zunehmende Risikoaversion der Anleger drĂŒcken den DAX zeitweilig auf 16.000 Punkte. Am deutschen Immobilienmarkt kommt der Aufschwung abrupt zum Erliegen und die Kaufpreise gehen wieder zurĂŒck. Der Euro-Dollar-Kurs fĂ€llt bis auf 1,05.
Positives Alternativszenario: Ein Ass im Ărmel (Eintrittswahrscheinlichkeit 10 Prozent)
Die Weltwirtschaft ĂŒberwindet die Folgen der Krisen, Investitionen und Innovationen treiben dank KĂŒnstlicher Intelligenz das Wirtschaftswachstum an. Internationale Kooperationen nehmen zu, die deutsche WettbewerbsfĂ€higkeit steigt und die öffentlichen Finanzen stabilisieren sich. Die Welthandelsordnung wird gestĂ€rkt und geopolitische Spannungen nehmen ab.
Die deutsche Wirtschaft wĂ€chst um mehr als 2 Prozent. Trotz des krĂ€ftigeren ProduktivitĂ€tswachstums und weniger Protektionismus liegt die Teuerungsrate 2026 im Durchschnitt ĂŒber 3,5 Prozent. Die Notenbanken korrigieren ihren Kurs. Im Zuge anziehender Inflation und zĂŒgiger Leitzinserhöhungen steigt die Rendite 10-jĂ€hriger Bundesanleihen bis auf 4 Prozent. Ein Anspringen des Industriezyklus sowie ProduktivitĂ€tssteigerungen sorgen fĂŒr krĂ€ftig zunehmende Unternehmensgewinne, sodass der DAX auf 29.000 Indexpunkte steigt. Das starke Wirtschaftswachstum beflĂŒgelt deutsche Immobilien. Der Euro-Dollar-Kurs steigt bis auf 1,30.
Der Jahresausblick steht online unter Helaba - Konjunktur- und Kapitalmarktausblick 2026 (https://www.helaba.com/de/research/#Maerkte-und-Trends-Jahresausblick-2026) zur VerfĂŒgung.
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