MDAX: Fuchs schraubt Gewinnziel nach oben
Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 20:51 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein Schmierstoffhersteller mit Nahost-Bezug — das klingt zunächst nach einem Widerspruch. Bei Fuchs sorgt der Konflikt in der Region derzeit für Vorzieheffekte bei der Kundschaft, und die treiben die Geschäfte des MDAX-Konzerns kräftig an. Das Unternehmen hat seinen Gewinnausblick für das laufende Jahr angehoben.
Fuchs rechnet für 2026 nun mit einem operativen Ergebnis von 460 bis 480 Millionen Euro. Bislang hatte der Konzern mit 450 Millionen Euro kalkuliert, im Vorjahr waren es 435 Millionen Euro. Der Umsatz soll weiterhin deutlich über dem Vorjahreswert von 3,7 Milliarden Euro liegen.
Starkes zweites Quartal übertrifft Erwartungen
Die Zahlen für das zweite Quartal lassen den Optimismus nachvollziehbar wirken. Das EBIT kletterte auf 135 Millionen Euro, nach 101 Millionen Euro im Vorjahresquartal, das noch unter den damaligen Zolldiskussionen litt. Am Markt hatten Analysten im Konsens nur mit 108 Millionen Euro gerechnet — Fuchs lag damit deutlich darüber.
Im ersten Halbjahr insgesamt stieg das EBIT auf 260 Millionen Euro von 209 Millionen Euro, der Umsatz wuchs auf 2 Milliarden Euro von 1,8 Milliarden Euro. Fuchs nennt drei Treiber für die starke Absatzentwicklung: Vorzieheffekte durch den Nahost-Konflikt, eingeschränkte Lieferfähigkeit einzelner Wettbewerber und organisches Wachstum.
Vorsicht für die zweite Jahreshälfte
Der Konzern dämpft allerdings selbst die Erwartungen für die kommenden Monate. Das starke Halbjahresergebnis lasse sich nicht einfach fortschreiben, heißt es. Zwar erwartet Fuchs inflationsbedingt eine Fortsetzung des Umsatzwachstums gegenüber dem Vorjahr. Die Vorzieheffekte aus dem zweiten Quartal dürften sich in der zweiten Jahreshälfte jedoch absatzmindernd auswirken, zudem belasten steigende Rohstoffpreise die Margen.
Die Botschaft an Anleger ist damit zweigeteilt: Das laufende Jahr steuert auf ein besseres Ergebnis zu als ursprünglich geplant, doch der Rückenwind aus Sondereffekten dürfte im zweiten Halbjahr nachlassen. Wie stark sich die Margenbelastung durch teurere Rohstoffe konkret niederschlägt, wird sich erst in den kommenden Quartalsberichten zeigen.
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