Schwesig gegen 1:1-Umsetzung der Renten-VorschlÀge
23.06.2026 - 15:20:30 | dpa.deDie 33 VorschlĂ€ge könnten nicht - wie von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) gefordert - "1:1 umgesetzt werden", sagte die SPD-Politikerin dem "Stern". DarĂŒber mĂŒsse diskutiert werden. "Mit den LĂ€ndern, mit den Sozialpartnern - und vor allem mit den Menschen, die es betrifft."
Positiv hob Schwesig hervor, dass die Kommission nach Wegen gesucht habe, das Rentenniveau von 48 Prozent langfristig zu sichern. "Die gesetzliche Rente ist fĂŒr die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern und den anderen ostdeutschen LĂ€ndern oftmals das einzige Alterseinkommen."
Kritik an empfohlener Streichung der Rente mit 63
Ăberhaupt nicht positiv sieht sie hingegen die von der Kommission vorgeschlagene Abschaffung der sogenannten Rente mit 63 - heute sind es faktisch 64,5 Jahre. "Es ist ungerecht, dass ausgerechnet diejenigen, die ein Leben lang gearbeitet haben, kĂŒnftig nicht mehr abschlagsfrei in Rente gehen können", sagte Schwesig.
Viele Menschen im Osten hÀtten nach der Wiedervereinigung "Zeiten von Arbeitslosigkeit durchlebt oder mussten ihren Beruf wechseln", sagte die MinisterprÀsidentin, die im September vor einer Landtagswahl steht. "Genau diese Gruppe sollte jetzt nicht schlechter gestellt werden."
Merz hatte bei der Vorstellung Kommissionsempfehlungen gesagt: "Alle Elemente dieses Reformpakets mĂŒssen jetzt zĂŒgig umgesetzt werden." Man könne es sich nicht erlauben, einzelne MaĂnahmen herauszunehmen oder abzulehnen. Die Bundesarbeitsministerin und SPD-Vorsitzende BĂ€rbel Bas hatte bestĂ€tigt: "Es gibt jetzt kein Rosinenpicken, es ist ein Gesamtkunstwerk."
